In einer bewegenden Feierstunde im Alten Rathaus wurde Hubert Rütten vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie „Kultur“ ausgezeichnet. Rund 100 Gäste waren der Einladung zur Verleihung gefolgt, um dem Erkelenzer für sein langjähriges und außergewöhnliches Engagement in der Heimatforschung und Erinnerungskultur zu danken.
Bürgermeister Stephan Muckel begrüßte die Anwesenden und würdigte Rüttens Wirken:
„Er vermittelt das jüdische Leben in Erkelenz mit Feingefühl und Weitblick – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit großer Relevanz für kommende Generationen.“
Rütten sei eine wichtige Anlaufstelle für Schulen, Vereine und Institutionen, so Muckel weiter.
Projekte mit nachhaltiger Wirkung
In ihrer Laudatio ging Dr. Christiane Leonards-Schippers, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, auf die zahlreichen Projekte ein, in denen sich Hubert Rütten engagiert:
- Beiträge in der Schriftenreihe des Heimatvereins
- Leitung des Arbeitskreises Geschichte
- Mitinitiator der „Route gegen das Vergessen“
- Gestaltung des jährlichen akustischen Stolpersteins zum Holocaust-Gedenktag
- Einsatz für den Erhalt des Davidsterns vor dem jüdischen Friedhof
- Engagement rund um das historische Harf-Haus
Vorgeschlagen wurde Rütten von Dr. Ruth Seidl, Mitglied im Kulturausschuss des LVR, die besonders seine akribische Recherchearbeit in Archiven und Bibliotheken hervorhob – ebenso wie seine Gespräche mit Zeitzeug*innen jüdischer Herkunft.
Ein Mensch mit Herz und Haltung
Rita Hündgen, Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande e. V., würdigte Rütten mit einer ganz persönlichen Rede: Sie ordnete jedem Buchstaben seines Vornamens eine Eigenschaft zu – von „heimatverbunden“ bis „teamfähig“ – und betonte seine Bedeutung für den Verein:
„Er ist eine Seele von Mensch, immer hilfsbereit und für uns unverzichtbar.“
Sichtlich bewegt dankte Hubert Rütten den Anwesenden. In seiner Rede erläuterte er, wie ihn die Geschichte – insbesondere die der jüdischen Bürger*innen von Erkelenz – tief geprägt und zu seinem Engagement motiviert hat.
Musik, Emotionen und Anerkennung
Musikalisch wurde die Verleihung von Patricia Soledad und Michael Porz begleitet. Besonders emotional wurde es, als die Melodie aus „Schindlers Liste“ erklang – viele Gäste waren tief berührt.
Mit Glückwünschen, persönlichen Worten und kleinen Geschenken endete eine Veranstaltung, die zeigte: Engagement für Geschichte und Erinnerung ist nicht nur notwendig – es ist zutiefst menschlich.
Hubert Rütten hat das mit seinem Lebenswerk eindrucksvoll bewiesen.























