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Mathe schützt nicht vor Ertrinken

Projekt hat Erwartungen noch übertroffen
Schon zum dritten Mal fand im ERKA-Bad das Schwimmlernprojekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ statt – und auch diesmal wie in den beiden Jahren zuvor mit großem Erfolg. 408 Erstklässler der Erkelenzer Grundschulen wurden in einem Intensivschwimmkurs in der Woche vor und der Woche nach den Osterferien fit gemacht für den sicheren Aufenthalt im Wasser. Am Ende schafften 34 Kinder die Seepferdchenprüfung, und sogar 90 Kinder errangen das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Der Anteil der Nichtschwimmer konnte erheblich gesenkt werden.

Projekt gemeinsam gestemmt
„Die Ergebnisse sind höchst erfreulich und haben die Erwartungen übertroffen“, resümierte Sportdezernent Dr. Hans-Heiner Gotzen zum Abschluss der Projektwochen. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und allen Akteuren, die beteiligt waren, um das großangelegte Projekt zu stemmen: Die Übungsleiter der DLRG-Ortsgruppen Gerderath und Erkelenz sowie des Turnverein 1860 Erkelenz hatten teilweise sogar ihren Urlaub eingesetzt, um den Erstklässlern das Schwimmen beizubringen. Eltern und Großeltern halfen beim Umziehen und der Betreuung mit, das ERKA-Bad-Team war im Dauereinsatz, und beim Amt für Bildung und Sport der Stadt Erkelenz liefen die Fäden zusammen. Bustransfers mussten organisiert, für Verpflegung der Helfer gesorgt, die Dienstpläne der Mitarbeiter im ERKA-Bad an das Projekt angepasst, Übersichtslisten, Urkunden und Schwimmausweise gefertigt werden.

Ganz unterschiedliche Fähigkeiten brachten die Kinder mit in den Kurs. Manche hatten noch Angst vor dem kühlen Nass und mussten erst einmal ermutigt werden, einige konnten sich bereits ein wenig über Wasser halten, und andere hatten schon vorher ein Schwimmabzeichen erworben. Mit viel Einfühlungsvermögen holten die Trainer ihre Schwimmschüler bei deren jeweiligen Leistungsstand ab.

Das Projekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“
Mit dem Ziel, die Nichtschwimmerquote deutlich zu senken, entwickelten das Regionale Bildungsbüro für den Kreis Heinsberg und der Kreissportbund Heinsberg ein Konzept, das die Stadt Erkelenz im Jahr 2015 als erste Stadt im Kreis erfolgreich umgesetzt hat. Auch bei der Fortsetzung des Projektes in 2016 und in diesem Jahr arbeiteten Stadt und die beiden Institutionen eng zusammen.

Zahlen alarmierend
Statistisch gesehen kann etwa jeder zweite Viertklässler gar nicht oder nur sehr unsicher schwimmen. Alarmierende Zahlen nennt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG): Die Zahl der Menschen, die in Deutschland  ertrunken seien, steige von Jahr zu Jahr und erreiche mit 537 Menschen im Jahr 2016 den höchsten Stand seit zehn Jahren. Als Ursache nennt die DLRG die warmen Sommer, die unbewachten Binnengewässer und die hohe Zahl  an Flüchtlingen. Neben älteren Menschen seien Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre besonders gefährdet. 2016 seien in dieser Altersklasse 46 Menschen ertrunken.

Alle Grundschüler zum Schwimmkurs
„Die Stadt Erkelenz will dazu beitragen, dass die erschreckend hohe Zahl von Badeunfällen zurück geht“, sagt Dr. Hans-Heiner Gotzen. „Auch im nächsten Jahr wollen wir das Projekt fortsetzen. Dann wird in Erkelenz erstmalig kein Schüler und keine Schülerin die Grundschule verlassen, ohne an einem Schwimmkurs teilgenommen zu haben.“

Dank für das Verständnis
Auf den Schwimmbadbesuch verzichten mussten in den zwei Projektwochen vormittags die weiterführenden Schulen und normale Schwimmbadnutzer, die sonst an den Vormittagen im ERKA-Bad ihre Runden drehen. Für das Verständnis dankte Dr. Gotzen allen.

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