15. August 2024 / Aktuelle Nachrichten

Sanierung der Fassade des Herrenhauses Hohenbusch

Herrenhaus auf Haus Hohenbusch wird Saniert

Veröffentlicht am 15. August 2024 um 15:00 Uhr

Im Juli starteten die Sanierungsarbeiten an der Nordseite des Herrenhauses Hohenbusch. Dabei wurde die Ziegelfassade freigelegt, die sowohl Antworten auf Fragen zur früheren Nutzung des Gebäudes als auch neue Rätsel liefert. Die etwa 200 Jahre alte Putzfassade löste sich teilweise vom Mauerwerk, was auf Spannungen zwischen verschiedenen Materialschichten zurückzuführen ist.

Bauleiter Michael Pasch von der Denkmalpflege der Stadt Erkelenz erklärte, dass das Mauerwerk aus unterschiedlichen Steinen besteht, die auf verschiedene Weise verbaut wurden. Dies führte zu Rissen und weiteren Schäden durch erhöhte Feuchtigkeit. Die Sanierung umfasst daher auch die Behebung dieser Schäden.

Beim Entfernen des Putzes blieben alte Fenstergewände und Zierelemente erhalten, während Flächen zwischen den Fenstern abgetragen wurden. Hinter dem Putz kamen Baunarben zum Vorschein, die auf frühere Durchgänge des Kreuzgangs hinweisen. Hochbauamtsleiter Martin Fauck bestätigte damit die Theorie über die Lage des Kreuzgangs, der zu Klosterzeiten als Flur genutzt wurde.

Ein unerwartetes Rätsel ergab sich durch Spuren zugemauerter Fenster im oberen Bereich der Fassade, was die bisherige Annahme über die doppelte Geschossigkeit des Kreuzgangs infrage stellt. Frank Körfer vom Förderverein Hohenbusch spekuliert, dass die Nordseite ursprünglich zahlreiche Fenster hatte und der Kreuzgang später gebaut wurde. Die Hoffnung besteht, dass historische Zeichnungen oder Stiche Klarheit bringen könnten.

Haus Hohenbusch wurde erstmals um das Jahr 1000 erwähnt und diente ab 1302 den Kreuzherren als Kloster. Nach der Auflösung des Klosters unter französischer Besatzung wurden Teile der Anlage abgetragen. Seit 1983 ist das Anwesen im Besitz der Stadt Erkelenz, die gemeinsam mit dem Förderverein für die Instandhaltung sorgt.

Die Sanierungsarbeiten sollen im Oktober abgeschlossen sein, gefolgt von weiteren Maßnahmen zur barrierefreien Erschließung des Herrenhauses. Die Stadt Erkelenz erhält dabei Unterstützung aus dem Denkmalförderprogramm des Landes NRW.

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