9. April 2024 / Aus aller Welt

Studien: Berührungen können Schmerz und Angst lindern

Eine Umarmung kann wohltuende Wirkung entfalten. Für positive Effekte muss diese aber gar nicht von einem Menschen kommen. Studien zeigen, dass auch Berührungen von Robotern oder Stofftieren helfen.

Die Berührung durch professionelles Personal wirkt bei Erwachsenen genauso wie eine Berührung durch eine bekannte Person.
Veröffentlicht am 9. April 2024 um 02:39 Uhr von dpa

Ein zartes Streicheln, eine entspannende Massage oder eine feste Umarmung: Berührungen können Schmerzen, Depressionen und Ängste bei Erwachsenen und Kindern lindern. Das zeigt eine Auswertung von mehr als 130 internationalen Studien eines Forschungsteams aus Bochum, Duisburg-Essen und Amsterdam, die im Fachblatt «Nature Human Behaviour» veröffentlicht wurde.

«Berührung, die gewünscht ist, verbessert sowohl bei Menschen mit Erkrankungen in klinischen Situationen als auch bei Gesunden das Befinden», erklärte Studienautor Julian Packheiser vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. «Wer den Impuls hat, Familie oder Freunde zu umarmen, sollte sich daher nicht zurückhalten, wenn das Gegenüber es nicht ablehnt.»

Schon eine kurze Umarmung zeigt Wirkung

Die Ergebnisse des Forschungsteams zeigen, dass kürzere, aber häufigere Berührungen besonders förderlich sind. «Es gilt nicht, je länger die Berührung, desto besser», so Packheiser. «Es muss keine teure, lange Massage sein, auch eine kurze Umarmung zeigt eine positive Wirkung.»

Ebenfalls positive Effekte hätten Berührungen durch Objekte - etwa Roboter, Stofftiere oder Umarmungskissen. Diese führten zu einem ähnlichen körperlichen Nutzen wie die Berührung durch Menschen, aber zu kleineren Vorteilen für die psychische Gesundheit.

Großer Effekt auf mentale Gesundheit

Von Berührungen profitieren dabei sowohl Erwachsene als auch kleine Kinder. «Bei Säuglingen ist es dabei von Bedeutung, dass es die Eltern sind, die diese Berührungen ausführen. Ihre Berührung wirkt besser als die von Pflegepersonen», berichtete Helena Hartmann von der Universität Duisburg-Essen. «Bei Erwachsenen zeigen sich aber keine Unterschiede zwischen bekannten Personen und professionellem Personal.»

Den größten Effekt der Berührungen bei Erwachsenen belegten die zahlreichen Studien für die mentale Verfassung der Versuchspersonen. So nahmen Schmerz, Depressivität und Angst signifikant ab. Auch auf kardiovaskuläre Faktoren wie Blutdruck oder Herzfrequenz wirkten sich die Berührungen positiv aus, zeigten aber einen geringeren Effekt.


Bildnachweis: © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
«So ein Chaos»: Schwerer Hagel richtet massive Schäden an
Aus aller Welt

Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Niedrigwasser der Donau gibt tote Wehrmachtssoldaten frei
Aus aller Welt

Der Rekord-Tiefstand der Donau setzt historische Funde frei. Was erwartet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge noch?

weiterlesen...
Obduktion: Kleinkind in Preetz ertrank im Pool
Aus aller Welt

Nun ist klar: Die in Preetz vermisste Dreijährige ist in einem Pool ertrunken. Hinweise auf eine Gewalttat gibt es laut Staatsanwaltschaft nicht. Was die Polizei aber vor ein Rätsel stellt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Niedrigwasser der Donau gibt tote Wehrmachtssoldaten frei
Aus aller Welt

Der Rekord-Tiefstand der Donau setzt historische Funde frei. Was erwartet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge noch?

weiterlesen...
Obduktion: Kleinkind in Preetz ertrank im Pool
Aus aller Welt

Nun ist klar: Die in Preetz vermisste Dreijährige ist in einem Pool ertrunken. Hinweise auf eine Gewalttat gibt es laut Staatsanwaltschaft nicht. Was die Polizei aber vor ein Rätsel stellt.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner