2. September 2025 / Aus aller Welt

Bevölkerung kann «Vogel des Jahres» wählen

Fünf Kandidaten sind im Rennen um den Titel. Diesmal dabei: eine bekannte Sängerin, ein früherer Titelträger, ein Sanierungs-Opfer, eine lautlose Jägerin und ein scheuer Wasserbewohner.

Die Amsel braucht naturnahe Gärten und Grünflächen. (Archiv)
von dpa

Amsel, Rebhuhn, Schleiereule, Waldohreule oder Zwergtaucher - wer wird «Vogel des Jahres» 2026? Seit Dienstag können Bürgerinnen und Bürger wieder im Internet für ihren Favoriten stimmen. Am 9. Oktober um 11.00 Uhr schließt das virtuelle Wahllokal. Noch am selben Tag wollen der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) den Sieger verkünden. 

Die beiden Naturschutzverbände küren den «Vogel des Jahres» bereits seit mehr als 50 Jahren. Seit 2021 darf die Bevölkerung ihn wählen. Allerdings legen Nabu und LBV eine Vorauswahl von fünf Kandidaten fest, die jeweils für ein wichtiges Naturschutzthema stehen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als 143.000 Menschen an der Wahl damit laut Nabu so viele wie noch nie. Am Ende flatterte der Hausrotschwanz zum Sieg. 

Vögel mit vielfältigen Bedürfnissen

«Ob bekannt oder bedroht, im Garten, auf dem Feld oder auf dem Wasser zu Hause: Unsere Kandidaten zeigen, wie vielfältig unsere Vogelwelt und ihre Bedürfnisse sind», teilte die LBV-Biologin Angelika Nelson mit Blick auf die diesjährige Wahl mit. 

Bekannte Sängerin: Am bekanntesten unter den Kandidaten dürfte die Amsel mit ihrem melodischen Gesang sein. Sie fühlt sich in naturnahen Gärten und auf Grünflächen mit Sträuchern und Beeren wohl. Das tödliche Usutu-Virus machte ihr in den vergangenen Jahren immer wieder zu schaffen. Gefährdet ist die Amsel aber nicht. 

Früherer Titelträger: Anders sieht es beim Rebhuhn aus. Der Bestand brach dem LBV zufolge 1990 enorm ein, 1991 war es deshalb schon einmal «Vogel des Jahres». Das Rebhuhn leidet vor allem unter Monokulturen in der Landwirtschaft, da es auf Wiesen, Feldern und Brachflächen lebt. 

Sanierungsopfer: Die Schleiereule lebt in Kirchtürmen und alten Scheunen, findet im Zuge von Gebäudesanierungen aber immer weniger Brutplätze. Helfen können ihr nach Angaben der Naturschutzverbände spezielle Nistkästen. Eine Gefahr für sie ist auch der Einsatz bestimmter Mäusegifte in der Landwirtschaft, die sie beim Verspeisen von Wühl- und Spitzmäusen aufnimmt. 

Jägerin mit Federpuscheln

Lautlose Jägerin: Die Waldohreule stand bereits im vergangenen Jahr zur Wahl und kam knapp hinter dem Hausrotschwanz auf den zweiten Platz. Sie ähnelt mit ihren Federpuscheln am Kopf optisch dem Uhu, ist aber kleiner und schlanker. Sie lebt in lichten Wäldern und geht in strukturreichen Landschaften lautlos auf Jagd. 

Scheuer Wasserbewohner: Der Zwergtaucher ist - wie der Name schon nahelegt - laut den Naturschutzverbänden der kleinste heimische Taucher und wird auf den ersten Blick oft für ein Entenküken gehalten. Der scheue Wasservogel braucht natürliche und saubere Gewässer, wo er sein schwimmendes Nest nahe dem Ufer baut.


Bildnachweis: © Soeren Stache/dpa
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