2. Januar 2026 / Aus aller Welt

Brand in Schweizer Skiort - Was wir wissen – und was nicht

Während einer Silvesterparty im Nobel-Skiort Crans-Montana bricht in einer Bar ein Feuer aus. 40 Menschen sterben. Am Tag nach der Tragödie liefern die Ermittler erste Antworten auf drängende Fragen.

Trauer und Bestürzung nach dem Unglück sind groß.
von dpa

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana endet in einer Tragödie. In einer Bar mit Hunderten Feiernden bricht ein Feuer aus, 40 Menschen sterben. Was bisher bekannt ist - und was nicht.

Was wir wissen

  • Das Unglück: In der Silvesternacht ist es im Schweizer Ferienort Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einem schweren Brand in der Bar «Le Constellation» gekommen. Diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen.
  • Die Opfer: Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer 40 Menschen ums Leben gekommen. 119 wurden verletzt, 113 von ihnen konnten identifiziert werden. Unter den Verletzten sind 71 Schweizer, 14 Franzosen, 11 Italiener und 4 Serben. Die meisten Schwerletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren alt.
  • Der Zustand der Verletzten: Von den 119 Verletzten befinden sich viele in kritischem Zustand. Es gebe eine große Anzahl von Patienten, die intubiert und in ein künstliches Koma versetzt werden mussten, sagte Fredy-Michel Roten, Direktor der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO).
  • Die Ursache: Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass Feuerwerk den Brand ausgelöst hat. Es habe in Champagnerflaschen gesteckt und sei zu nah an die Decke gekommen, sagte die Generalstaatsanwältin im Kanton Wallis, Beatrice Pilloud.
  • Die Uhrzeit: Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 1.30 Uhr aus.
  • Die Hintergründe: Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
  • Die Rettungsarbeiten: Wie das Kanton Wallis mitteilte, waren in der Nacht 13 Helikopter und 42 Rettungswagen zur Versorgung der Opfer im Einsatz. 150 medizinische Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten und ihren Transport in Krankenhäuser. Auch internationale Unterstützer - etwa aus Italien - waren an dem Einsatz beteiligt.
  • Die Reaktionen: Das Unglück hat bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung ausgelöst. Unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerten ihre Bestürzung. Am Neujahrsabend beteten in der Kirche von Crans-Montana 400 Gläubige in einer Messe mit dem Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, für die Opfer.

Was wir nicht wissen

  • Brandursache: Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung zwar von einem «Flashover» in der Bar. Mit dem Ausdruck wird der sekundenschnelle Übergang eines kleinen Feuers zu einem Großbrand bezeichnet. Das passiert durch riesige Hitze, die brennbares Material so zersetzt, dass es bestimmte Gase bildet und dann auch ohne Flammenkontakt sekundenschnell in Brand gerät. Die Ermittler gehen als Ursache von den Feuerwerkskörpern aus, die in den Champagnerflaschen steckten und die Decke entzündet haben. Zu einem möglichen Flashover-Effekt äußerten sie sich nicht.
  • Die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar: Generalstaatsanwältin Pilloud äußert sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten. Auch die Frage, ob die Treppe, die nach Angaben von Besuchern zu eng war, um sich schnell vor den Flammen zu retten, regelkonform war, ließ sie offen. Eine Untersuchung werde zeigen, ob Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden seien. Es sollen unter anderem Handys ausgewertet werden, die am Unglücksort sichergestellt wurden.
  • Die Identität der Opfer: Über die Identität der Todesopfer ist bislang nichts bekannt. Auch ob Deutsche von dem Feuer betroffen waren, ist offen. Das Auswärtige Amt steht mit den Behörden in Verbindung. Die meisten Schwerletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren alt.
  • Die Ermittlungen: Nach Angaben von Pilloud wurden Videos und erste Spuren gesichert sowie mehrere Personen vernommen. Bei den Zeugenaussagen handele es sich um die französischen Betreiber der Bar und Gäste der Bar, die entkommen konnten. «Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird», sagte die Generalstaatsanwältin. Das wäre der Fall, wenn es eine Verantwortung noch lebender Personen gebe.

Bildnachweis: © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
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