8. Januar 2023 / Aus aller Welt

Cooler Strom: Japaner versuchen Energiegewinnung aus Schnee

Bislang sind große Schneemassen im Norden Japans eher lästig - und ihre Beseitigung teuer. Im Aomori will sie ihn in Zukunft aber «gut gebrauchen»: für Mensch und Umwelt.

Die meterhohen Schneemassen im Norden Japans werden bislang in der Regel im Meer entsorgt.
von dpa

Im hohen Norden Japans soll in einem Testprojekt Strom aus Schnee gewonnen werden. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, wurde zu diesem Zweck in der schneereichen Stadt Aomori ein Schwimmbecken einer verlassenen Grundschule mit Isoliermaterialien versiegelt, um darin angehäuften Schnee kalt zu halten.

Bei dem Projekt eines örtlichen IT-Startup-Unternehmens und der Universität für Elektro-Kommunikation in Tokio soll eine Turbine mit Energie angetrieben werden, die entstehe, wenn durch den Schnee gekühlte Flüssigkeit durch die Wärme der Umgebungsluft verdampfe.

Stromgewinnung ab Frühjahr geplant

In Aomori werden jedes Jahr nach heftigen Schneefällen große Mengen davon von den Straßen geräumt und unter anderem ins Meer gekippt. Dabei entstehen hohe Kosten. Nun will die Stadt mit dem Projekt herausfinden lassen, ob es sich machen lässt, den überschüssigen Schnee in größerem Umfang für die Stromgewinnung zu nutzen. Damit könnte Stromausfällen auf umweltfreundliche Weise vorgesorgt werden, hieß es. «Schnee wurde bisher etwas Lästiges behandelt, aber wir können ihn gut gebrauchen», wurde ein Vertreter der Stadt zitiert.

Im Frühjahr soll mit der Stromgewinnung begonnen werden. Eine der Herausforderungen stelle die Suche nach einer ausreichend großen Anlage zur Lagerung von Schnee sowie die Speicherung von erwärmter Luft in kalten Jahreszeiten, berichtete Kyodo. Um einen großen Temperaturunterschied zu erzielen, erwäge das Unternehmen die Nutzung von Wärme aus heißen Naturquellen. Es sei eine erneuerbare Energiequelle, die einzigartig in einer Region mit starkem Schneefall sei. Die Firma wolle damit einen neuen Wirtschaftszweig begründen.


Picture credit: © -/Kyodo/dpa
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