27. Januar 2026 / Aus aller Welt

Crans-Montana: Gemeindechef bedauert fehlende Entschuldigung

Nach dem verpassten Entschuldigungsmoment beim Brandunglück in Crans-Montana spricht der Gemeindepräsident über Fehler, Emotionen und seine Verantwortung.

«Ich weine jeden Tag»: Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud. (Archivbild)
von dpa

Der Gemeindepräsident von Crans-Montana bedauert, sich bei einer Pressekonferenz nach der Brandkatastrophe mit 40 Toten in der Neujahrsnacht nicht bei den Opfern entschuldigt zu haben. Nicolas Féraud hatte fünf Tage nach der Tragödie ohne große Emotionen über fehlende Brandschutzkontrollen referiert und gesagt, die Gemeinde sei als Geschädigte am meisten betroffen. Das hat Angehörige der Opfer empört.

«Ich bedauere, dass ich mich nicht im Namen der Gemeinde entschuldigt habe», sagte Féraud der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «In einer für uns alle emotional sehr schwierigen Situation habe ich den Fehler gemacht, bei der Gestaltung des offiziellen Teils dieser Pressekonferenz Vorsicht walten zu lassen, anstatt mich zu entschuldigen und Emotionen zu zeigen.»

Den Brand bei der Silvesterparty in der Bar Le Constellation haben 80 Menschen mit schweren Brandverletzungen überlebt, die in zahlreichen Krankenhäusern behandelt werden, auch in Deutschland. Funkensprühende Partyfontänen hatten im Kellergeschoss der Bar offenbar schalldämmenden Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Einzige Beschuldigte sind bislang die Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti, die gegen Kaution auf freiem Fuß sind.

Kein Rücktritt

Sollte er angeklagt werden, werde er seine Verantwortung übernehmen, sagte Féraud. Er sei bislang von der Justiz nicht befragt worden. Rücktrittsforderungen lehnt er ab: «Solange ich gewählt bin, werde ich das Schiff nicht mitten im Sturm verlassen.»

Der Gemeindepräsident zeigte sich sehr betroffen von der Tragödie. «Ich weine jeden Tag, weil ich all diese Menschen verloren habe, die vor allem so jung waren, und weil ich so viele Verletzte sehe, die noch immer leiden. Dieses Trauma wird mich mein ganzes Leben lang begleiten.»


Bildnachweis: © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Karnevalsumzüge 2026
Erlebe Dein Erkelenz

Alle wichtigen Infos zu den Karnevalsumzügen 2026 im Erkelenzer Stadtgebiet

weiterlesen...
Leuchtender Himmel - Polarlichter über Deutschland zu sehen
Aus aller Welt

Ein Sonnensturm sorgt für Polarlichter über Deutschland. Er ist so stark, dass das Lichtspektakel vom Norden bis zu den Alpen zu sehen ist.

weiterlesen...
Einbruch in Zweifamilienhaus
Polizeimeldungen

Erkelenz (ots) - In der Chlodwigstraße verschafften sich unbekannte Täter am Abend des 1

weiterlesen...

Neueste Artikel

«Überwältigt»: Sharon Stone verlässt kurzzeitig Opernball
Aus aller Welt

Eine Robe à la Klimt, Tränen auf dem roten Teppich und ein Smoking, der Regeln bricht: Welche Stars den Opernball dieses Jahr zum Glänzen bringen. Stargast Stone brauchte eine Pause.

weiterlesen...
Streeck für Verbot süßer Aromen in E-Zigaretten
Aus aller Welt

Süße Aromen sollen aus E-Zigaretten verschwinden, fordert der Drogenbeauftragte der Regierung. Bereits geplante Verbote von Inhaltsstoffen reichen ihm nicht. Ein Experte widerspricht.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

«Überwältigt»: Sharon Stone verlässt kurzzeitig Opernball
Aus aller Welt

Eine Robe à la Klimt, Tränen auf dem roten Teppich und ein Smoking, der Regeln bricht: Welche Stars den Opernball dieses Jahr zum Glänzen bringen. Stargast Stone brauchte eine Pause.

weiterlesen...
Streeck für Verbot süßer Aromen in E-Zigaretten
Aus aller Welt

Süße Aromen sollen aus E-Zigaretten verschwinden, fordert der Drogenbeauftragte der Regierung. Bereits geplante Verbote von Inhaltsstoffen reichen ihm nicht. Ein Experte widerspricht.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner