18. Februar 2025 / Aus aller Welt

Der Erfinder von Nutella ist tot

Der Lebensmittelchemiker Francesco Rivella war in an der Entwicklung eines der großen italienischen Verkaufsschlager beteiligt. Aber nicht nur. Jetzt ist er mit 97 Jahren gestorben.

Der Miterfinder von Nutella, Francesco Rivella, ist mit 97 Jahren gestorben. (Foto: Archiv)
Veröffentlicht am 18. Februar 2025 um 08:10 Uhr von Christoph Sator, dpa

Der Mit-Erfinder von Nutella, Francesco Rivella, ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Der Italiener war früher als Lebensmittelchemiker beim Ferrero-Konzern in dem norditalienischen Städtchen Alba im Piemont beschäftigt. Zusammen mit dem damaligen Firmenchef Michele Ferrero entwickelte er die Zusammensetzung des Nuss-Nougat-Brotaufstrichs. Das erste Glas unter diesem Namen lief 1964 vom Band. Es wurde ein Welterfolg.

Rivella starb nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Valentinstag - auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Tod von Ferrero, wie der Konzern mitteilte. Über Jahrzehnte hinweg galt er als dessen rechte Hand. 

Er arbeitete auch an «Mon chéri» oder «Kinder Schokolade» 

Als Technischer Direktor war er auch an der Entwicklung anderer Produkte wie «Mon chéri» oder «Kinder Schokolade» beteiligt. Zeit seines Lebens arbeitete er nie bei einem anderen Unternehmen. 1993 ging Rivella in Rente. Er hinterlässt eine Tochter und drei Söhne. 

Im Norden Italiens hatte man schon im 19. Jahrhundert damit angefangen, bei der Herstellung von Süßwaren anstelle von Kakaopulver gemahlene Haselnüsse zu verwenden. Das ergab braune Nougatcreme, beispielsweise in Form von Gianduiotti-Pralinen. 

Die Rohmasse gab es im Laden dann auch als Aufstrich zu kaufen. Zusammen mit Ferrero entwickelte Rivella diesen Ansatz weiter. Der Gründersohn kam dann auf die Idee, das Ganze in Gläser abzufüllen.

In den ersten Jahren hieß dies noch «Supercrema». Der Durchbruch kam mit der erzwungenen Umbenennung in den 1960ern, weil in Italien seither nichts mehr mit dem Prädikat Super verkauft werden darf. Nut- steht für Nuss, -ella ist eine der klassischen italienischen Endungen. 

Pro Jahr 500.000 Tonnen Nutella hergestellt

Heute ist Ferrero ein riesiger Betrieb mit einem Jahresumsatz von mehr als 18 Milliarden Euro, der seine Produkte in fast allen Ländern der Welt verkauft. Es werden pro Jahr 500.000 Tonnen Nutella hergestellt. Die Deutschen gehören zu den treuesten Kunden. Aus DDR-Zeiten hält sich bis heute aber auch die Konkurrenz von Nudossi am Leben.

Aus Nutella ist längst ein Synonym für Nuss-Nougat-Aufstriche aller Art geworden. In italienischen Feinkostgeschäften, aber selbst auch in vielen deutschen Supermärkten gibt es die verschiedenen Sorten dutzendweise im Angebot: je mehr Nuss (Nutella: 13 Prozent, andere auch 51 Prozent) und je weniger Palmöl, desto teurer. Der Markt ist groß genug. Ernährungsberater wiederum verweisen darauf, dass ein 400-Gramm-Glas 72 Stück Würfelzucker enthält. 

Das Rezept ist geheim

Ferrero behauptet nach Jahren mit viel Kritik, nur noch Palmöl aus zertifiziert nachhaltiger Herstellung zu verwenden. Von Umweltschützern kommen aber weiterhin Vorwürfe - auch, weil in Italien ganze Landstriche durch Haselnuss-Monokulturen veröden. 

Nach Schätzungen wird etwa ein Viertel der weltweiten Haselnuss-Produktion für Nutella verwendet. Über die genaue Zusammensetzung schweigt sich der Konzern seit jeher aus. Im Internet gibt es inzwischen auch viele Rezepte zur Herstellung in Eigenproduktion.


Bildnachweis: © Hendrik Schmidt/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Pflanzentauschbörse in Hetzerath: Gemeinsam für mehr Grün und Artenvielfalt
Aus den Vereinen

Besucherinnen und Besucher können überzählige Pflanzen wie Stauden, Kräuter oder Sträucher mitbringen und vor Ort gegen neue „grüne Schätze“ tauschen.

weiterlesen...
Repair Café Erkelenz öffnet im April – Hilfe, Nachhaltigkeit und Waffelduft
Aus den Vereinen

Das Repair Café Erkelenz lädt im April wieder alle Interessierten ein.

weiterlesen...
Oldtimer-Wertgutachten beim Sachverständigenbüro Kloss in Erkelenz
Lokale Unternehmen

Für viele Besitzerinnen und Besitzer sind Oldtimer weit mehr als nur Fahrzeuge.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Läufer Saatçi erreicht nach 123 Stunden Ziel in Kalifornien
Aus aller Welt

600 Kilometer in 96 Stunden - das hat Läufer Arda Saatçi zwar nicht geschafft. Im Ziel in Los Angeles ist er nun aber trotzdem angekommen und löste damit auch ein Muttertagsversprechen ein.

weiterlesen...
Deutsche «Hondius»-Passagiere auf dem Weg nach Frankfurt
Aus aller Welt

Vier deutsche Passagiere der «Hondius» werden nach dem Hantavirus-Ausbruch per Sondertransport nach Frankfurt gebracht. Dort folgt die Weiterreise in die Quarantäne.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Läufer Saatçi erreicht nach 123 Stunden Ziel in Kalifornien
Aus aller Welt

600 Kilometer in 96 Stunden - das hat Läufer Arda Saatçi zwar nicht geschafft. Im Ziel in Los Angeles ist er nun aber trotzdem angekommen und löste damit auch ein Muttertagsversprechen ein.

weiterlesen...
Deutsche «Hondius»-Passagiere auf dem Weg nach Frankfurt
Aus aller Welt

Vier deutsche Passagiere der «Hondius» werden nach dem Hantavirus-Ausbruch per Sondertransport nach Frankfurt gebracht. Dort folgt die Weiterreise in die Quarantäne.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner