15. August 2025 / Aus aller Welt

Deutsche Schilder in Südtirol sorgen für Ärger

In Italiens Norden sorgt einsprachige Beschilderung für Zoff. Der italienische Alpenverein CAI warnt: Ohne Italienisch verlaufen sich Wanderer – und das kann in den Bergen gefährlich werden.

 In Südtirol gibt es drei Amtssprachen: Deutsch, Italienisch und Ladinisch. (Symbolbild)
von dpa

Für deutsche Wanderer fühlt sich Südtirol oft an wie ein Stück Heimat: Gipfelnamen klingen vertraut, man kann etwa an der «Regensburger Hütte» eine Pause einlegen, auch Wegweiser sind in der Muttersprache. Dabei ist man längst in Italien – und genau hier entzündet sich ein alter Konflikt neu. Immer häufiger seien Schilder in den Bergen nur noch auf Deutsch beschriftet, kritisiert der Präsident des italienischen Alpenvereins CAI Alto Adige, Carlo Zanella, in der Lokalzeitung «Corriere dell'Alto Adige».

Er habe italienische Touristen getroffen, die sich verlaufen hatten, weil sie zum Monte Luco wollten; auf den Wegweisern stand jedoch nur der deutsche Name «Laugenspitze». Das kann in den Bergen gefährlich sein, sagte Zanella. Weitere Problemzonen seien etwa das Pustertal oder Ritten, wo es trotz vieler italienischer Besucher laut Zanella keine zweisprachige Beschilderung gebe.

Keine Schilder nur für Deutsche

Südtirol gehört seit 1919 zu Italien, war zuvor Teil der Habsburgermonarchie. Die Region hat drei Amtssprachen: Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Laut Autonomiestatut sind zweisprachige Ortsbezeichnungen Pflicht, in ladinischen Gebieten dreisprachige. In 80 Prozent der Fälle werde dies eingehalten, so Zanella – doch in manchen Gebieten nicht. «Wir sollten keine Schilder aufstellen, wenn wir meinen, sie seien nur für Deutsche», so Zanella.

Zanella betonte, er kämpfe seit Jahren für eine «faire, aber vernünftige Ortsnamensgebung». Er sei nicht für vollständige Übersetzung jedes abgelegenen Ortes, aber vor allem in den Bergen müssten Schilder zu touristischen Zwecken angebracht werden. 

Debatte um Schutzhütten

Bereits im Juni hatte der Alpenverein Südtirol (AVS) für Diskussionen gesorgt. Im Vereinsmagazin «Berge erleben» regte die AVS-Vizepräsidentin Ingrid Beikircher an, Schutzhütten künftig nach Standort oder Hausberg zu benennen. Namen wie «Kasseler Hütte», «Regensburger Hütte» oder auch «Rifugio Papa Pio XI» hätten keinen Bezug zur Region. Ziel sei nicht die Verdrängung deutscher Namen, sondern eine nachvollziehbare, zweisprachige Benennung.


Bildnachweis: © Bernhard Krieger/dpa-tmn/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Mühlenstraße: Unterführung wegen Brückenarbeiten der Deutschen Bahn für längere Zeit gesperrt
Aktuelle Nachrichten

Die Deutsche Bahn erneuert in Erkelenz die Eisenbahnbrücke an der Mühlenstraße – und das in zwei umfangreichen Bauphasen.

weiterlesen...
Bundesfinale „Tuju-Stars“ 2026 kommt nach Erkelenz – Ausrichtervertrag unterzeichnet
Aktuelle Nachrichten

Erkelenz wird 2026 zum Schauplatz des Bundesfinales „Tuju-Stars“ der Deutschen Turnjugend.

weiterlesen...
Dein Erkelenz Wochenübersicht für die KW51 & 52
Erlebe Dein Erkelenz

Was steht vom 19. bis 25.12.2025 an?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Sparkassen-Raub: Polizei vernimmt ab Montag Tausende Opfer
Aus aller Welt

Nach dem Millionen-Coup von Gelsenkirchen will die Polizei ab Montag mehr als 3.000 Sparkassen-Kunden befragen. Das wird Wochen dauern. Es wurden extra Büros angemietet.

weiterlesen...
Auch ein Top-Räuber fängt klein an: T. rex war Spätzünder
Aus aller Welt

Bei jedem Schritt eines T. rex bebte der Boden – zumindest, wenn er ausgewachsen war. Bis dahin dauerte es aber wohl erstaunlich lange. Auch das wiederum hatte seine Vorteile.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Sparkassen-Raub: Polizei vernimmt ab Montag Tausende Opfer
Aus aller Welt

Nach dem Millionen-Coup von Gelsenkirchen will die Polizei ab Montag mehr als 3.000 Sparkassen-Kunden befragen. Das wird Wochen dauern. Es wurden extra Büros angemietet.

weiterlesen...
Auch ein Top-Räuber fängt klein an: T. rex war Spätzünder
Aus aller Welt

Bei jedem Schritt eines T. rex bebte der Boden – zumindest, wenn er ausgewachsen war. Bis dahin dauerte es aber wohl erstaunlich lange. Auch das wiederum hatte seine Vorteile.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner