Nach einem aufsehenerregenden Mord in Marseille mutmaßlich im Auftrag von Drogenbossen haben Fahnder in Südfrankreich zehn Verdächtige festgenommen. Sie sollen das Kommando unterstützt haben, das vor vier Monaten den Bruder eines bekannten Kritikers der Rauschgiftkriminalität in Marseille erschossen hat, berichtete die Zeitung «Le Parisien». Gegen die Festgenommenen werde wegen bandenmäßigen Mordes und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt, bestätigte die neu gegründete Schwerpunktstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität dem Sender RTL. Die Festgenommenem werden der mächtigen Drogenbande DZ Mafia zugerechnet, deren inhaftierter Chef nach Recherchen des «Parisien» hinter dem Auftragsmord stecken könnte. Bei den Festgenommenen handele es sich um acht Männer und zwei Frauen Anfang zwanzig, berichtete der Sender France Info. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hatte nach den tödlichen Schüssen auf den 20-jährigen Mehdi Kessaci von einer «Einschüchterungstat» gesprochen, weit entfernt von einer klassischen Abrechnung, wie es sie in der Drogenhochburg Marseille jedes Jahr dutzende Male gibt. Präsident Emmanuel Macron organisierte ein Krisentreffen zum Kampf gegen Drogenkriminalität. Tausende demonstrierten in Marseille nach dem Mord gegen Drogengewalt. Amine Kessaci, der 22-jährige Bruder des Erschossenen, ist Gründer des Vereins Conscience, der von Drogenkriminalität und ihren Folgen betroffenen Familien beisteht. Damit ist er den Drogenbanden ein Dorn im Auge. Erst vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Marseille im Kampf gegen die DZ Mafia 42 Menschen festnehmen lassen. Unter extremen Sicherheitsvorkehrungen begann am Montag außerdem im südfranzösischen Aix-en-Provence der Prozess gegen drei mutmaßliche Anführer der Drogenbande, die für eine Abrechnung mit zwei Toten 2019 verantwortlich sein sollen. Nach der Ermordung seines Bruders hatte Amine Kessaci in einem landesweit veröffentlichten Appell die Regierung zum Handeln aufgefordert. «Angesichts eines solchen Feindes muss der Staat die Lage einschätzen und begreifen, dass ein Kampf auf Leben und Tod begonnen hat. Es ist Zeit zu handeln (...)», schrieb Kessaci in der führenden französischen Zeitung «Le Monde». «Wir zählen unsere Toten, aber was unternimmt der Staat?»Innenminister spricht von Einschüchterungstat
Justiz nimmt mächtige DZ Mafia ins Visier
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Drogenkrieg in Marseille – Zehn Verdächtige festgenommen
Nach brutaler Einschüchterungstat in Marseille: Fahnder nehmen zehn Verdächtige einer Drogenbande ins Visier. Zeitgleich beginnt ein Prozess gegen mutmaßliche Bosse der DZ Mafia.
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