17. Februar 2023 / Aus aller Welt

Gewalt-Welle: Karneval in Mexiko ohne Schönheitskönigin

Solidarität mit Hinterbliebenen von Gewalt statt Schönheitswettbewerb: Die Kandidatinnen für die Karnevalskönigin in Jerez geben ihren Rückzug bekannt.

In Mexiko kommt es immer wieder zu schweren Gewaltausbrüchen - in Jerez hat das nun Auswirkungen auf den Karneval (Symbolbild).
von dpa

Aufgrund einer Welle der Gewalt wird es bei der Karnevalsfeier in der mexikanischen Stadt Jerez in diesem Jahr keine Schönheitskönigin geben. Nach einer Reihe von Gewalttaten zogen sich die sieben Kandidatinnen am Donnerstag (Ortszeit) wenige Stunden vor der Wahl von dem Wettbewerb zurück, wie örtliche Medien und die Frauen selbst mitteilten.

In den vergangenen Wochen kam es in der rund 650 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt gelegenen Ortschaft zu mehreren schweren Gewalttaten, darunter ein bewaffneter Angriff auf eine Bar mit acht Todesopfern. Viele der Attacken stehen nach Angaben der Behörden im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität.

«Ich möchte hiermit offiziell meinen Rückzug als Kandidatin für die Wahl zur Karnevalskönigin 2023 bekannt geben», schrieb die Kandidatin Edith Duarte auf ihrer Facebookseite. «Meine Kolleginnen und ich haben beschlossen, unsere Solidarität mit den betroffenen Familien von Jerez zu bekunden». Die Kandidatin Samy Escobedo begründete so ihre Entscheidung: «Ich ziehe es vor, unsere Gemeinde und die betroffenen Familien zu unterstützen und ihnen beizustehen, indem ich Frieden und Sicherheit fordere!»

Zehntausende Tötungsdelikte in Mexiko

Jerez, eine Stadt mit 60.000 Einwohnern im Bundesstaat Zacatecas, ist eines der sogenannten magischen Dörfer Mexikos. Durch diese Bezeichnung des Ministeriums für Tourismus sollen Besucher angelockt werden.

Mexiko leidet seit Jahren unter einer Welle der Gewalt. Im vergangenen Jahr wurden in dem lateinamerikanischen Land 31.936 Tötungsdelikte registriert. Zahlreiche Drogenkartelle und andere kriminelle Gruppen kämpfen um die Kontrolle von Einflussgebieten und Schmuggelrouten. Oft unterhalten sie Verbindungen zu korrupten Politikern und Sicherheitskräften. Die meisten Tötungsdelikte werden nie aufgeklärt.


Bildnachweis: © El Universal/El Universal via ZUMA Wire/dpa
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