9. November 2023 / Aus aller Welt

«Glücksatlas»: Deutsche nicht so zufrieden wie vor Corona

Während Corona erreichte die Zufriedenheit der Deutschen einen Tiefpunkt. Nun geht es wieder bergauf - allerdings nur langsam. Woran das liegen könnte, zeigen die Studienergebnisse des neuen «Glücksatlas».

Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt? Im neuen «Glücksatlas» bewerten die Befragten ihre Zufriedenheit auf einer Skala zwischen 0 und 10 im Schnitt mit 6,92 Punkten (Symbolbild).
von dpa

Die Menschen in Deutschland sind auch nach dem Ende der Corona-Pandemie noch nicht so zufrieden wie im Jahr 2019. Das geht aus dem neuen «Glücksatlas» hervor, den die Universität Freiburg mit Unterstützung der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) erstellt hat.

Auf einer Skala zwischen 0 und 10 bewerten die Befragten ihre Zufriedenheit im Schnitt mit 6,92 Punkten - das sind 0,22 Punkte weniger als noch 2019 (7,14). Das haben regelmäßige Interviews ergeben, bei denen zwischen August 2022 und Juni 2023 rund 11.400 Menschen ab 16 Jahren befragt wurden.

Im Vergleich zu den Ergebnissen des vorigen Glücksatlas (Befragung zwischen Januar und Oktober 2022) aber ist die Zufriedenheit ganz leicht gestiegen - um 0,06 Punkte. «Der bescheidene Glückszuwachs verdeutlicht, dass bestimmte Beeinträchtigungen durch die Pandemie noch immer nachwirken, obwohl fast alle Einschränkungen weggefallen sind», erläutert Bettina Rothärmel, Vorstandsvorsitzende der Gemeinsamen Klassenlotterie der Länder, im Vorwort des «Glücksatlas». Hinzu kämen multiple Krisen, wie die Inflation oder der Krieg in der Ukraine, die sich auf die Zufriedenheit auswirkten.

Frauen nach wie vor unzufriedener als gleichaltrige Männer

Ein weiterer Grund: Die Zahl der Menschen, die auf der Zufriedenheitsskala nur Werte zwischen 0 und 4 angaben und damit als «äußerst unglücklich» gelten, ist dem Glücksatlas zufolge nahezu unverändert geblieben. Frauen sind eigenen Angaben zufolge nach wie vor unzufriedener mit ihrem Leben als gleichaltrige Männer (Unterschied von 0,06 Punkten). Demnach ist der Abstand nicht mehr ganz so groß wie im Jahr 2020, in dem der Unterschied bei 0,19 Punkten lag.

Leicht positiv entwickelt hat sich den Studienergebnissen zufolge die Zufriedenheit mit dem Familienleben: Sie stieg um 0,06 Punkte auf einen Wert von 7,48. Auch bei der Einkommenszufriedenheit gibt es demnach trotz Inflation ein Plus von 0,15 Punkten (6,64). Das könne der Studie zufolge mit einem Gewöhnungseffekt zusammenhängen.

Im Vergleich der deutschen Regionen sind Tabellenführer und -schlusslicht gegenüber der vorigen Befragung unverändert: Die zufriedensten Menschen sieht der Glücksatlas in Schleswig-Holstein (7,21 Punkte), die unglücklichsten in Mecklenburg-Vorpommern (6,19).


Bildnachweis: © Silas Stein/dpa
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