23. August 2025 / Aus aller Welt

Goldschakal, Rothirsch, Hermelin - Wer wird Tier des Jahres?

Bislang hat die Deutsche Wildtier Stiftung einfach das «Tier des Jahres» bekanntgegeben. Nun können Naturfreunde mitbestimmen. Zur Wahl stehen drei Tiere, die durchaus verschieden sind.

Wer wird Tier des Jahres 2026? Das kleine Hermelin?
Veröffentlicht am 23. August 2025 um 05:00 Uhr von dpa

Naturfreunde können in diesem Jahr erstmals mitbestimmen, welches Tier das Tier des Jahres 2026 wird. Zur Auswahl stehen der Goldschakal, der Rothirsch und das Hermelin, wie die Deutsche Wildtier Stiftung in Hamburg mitteilte. Bislang hatten lediglich die Spenderinnen und Spender der Stiftung den Sieger gewählt, nun ist die Online-Abstimmung für alle möglich. 

«Wir wollen so noch mehr Menschen für heimische Wildtiere begeistern», sagte Lea-Carina Hinrichs, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Bis zum 2. Oktober können in Deutschland lebende Menschen, die älter als 18 Jahre sind, abstimmen. 

Eines haben alle drei Kandidaten gemeinsam: Sie sind in Deutschland verbreitet und im sogenannten Offenland heimisch - also in Wiesen, Weiden und Feldrainen. Mit der Wahl zum Tier des Jahres will die Deutsche Wildtier Stiftung Jahr für Jahr auf ein Tier besonders aufmerksam machen, das den Schutz der Menschen braucht. Die Kandidaten für 2026 im Überblick: 

Das Hermelin - zweifarbiger Tarnkünstler

Das Hermelin ist das zweitkleinste Raubtier Deutschlands. Nur das Mauswiesel ist noch kleiner. Es gilt als geschickter Jäger und guter Kletterer und Schwimmer, wie die Stiftung schreibt. Das Hermelin fühlt sich in vielen Gegenden wohl und ist deshalb von der Küste bis zum Gebirge überall dort zu finden, wo es ausreichend Nahrung und Deckung findet.

«Ein besonderes Merkmal ist der Fellwechsel: Im Sommer ist das Hermelin braun mit weißer Unterseite, im Winter färben sich manche Tiere schneeweiß. Nur die Schwanzspitze bleibt immer schwarz und unterscheidet die Art vom Mauswiesel.» Bedroht ist das Hermelin vor allem durch intensive Landwirtschaft und wenig abwechslungsreiche Lebensräume. 

Der Goldschakal - flexibler Allesfresser

Er ist größer als ein Fuchs, kleiner als ein Wolf und hat eine weiße Zeichnung an Schnauze und Kinn. Der Goldschakal, der eigentlich vor allem in Süd- und Osteuropa bis hin nach Südostasien verbreitet war, fühlt sich mittlerweile auch in Deutschland wohl. 1997 wurde er hierzulande das erste Mal gesichtet. Zuletzt hatte ein Goldschakal im Mai aufgrund seines Beutezuges in einer Schafherde auf Sylt von sich reden gemacht. Seitdem aber wurden auf der Nordseeinsel keine Tiere mehr gerissen.

Der Rothirsch - prächtiger Geweihträger

Keiner ist größer als der Rothirsch - zumindest unter den regelmäßig in Deutschland vorkommenden Hirscharten. Wenn der Mensch die Tiere nicht in die Wälder verdrängt hätte, würde man den Hirsch mit seinem prächtigen Geweih viel öfter auf Lichtungen sehen. Bei der Brunft im September kann man ihn auch hören. Dann röhren und kämpfen die Männchen um die Weibchen.

Nicht hilfreich für die genetische Vielfalt der Rothirsche sind der Wildtier Stiftung zufolge die oft gesetzlich festgelegten Rotwildbezirke sowie die starke Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Damit werden Bestände isoliert und bundesweite Wanderungen verhindert.


Bildnachweis: © Philipp Brandstädter/-/dpa
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