27. Mai 2025 / Aus aller Welt

Jugendrotkreuz fordert Kurse zu Wiederbelebung an Schulen

Zwei Stunden Training im Klassenzimmer könnten Leben retten, sagt das Jugendrotkreuz - und will, dass Maßnahmen zur Wiederbelebung in den Lehrplänen verankert werden. Doch woran hapert es?

Kurse, um die Wiederbelebung von Menschen zu erlernen, sind in den meisten Bundesländern nicht verpflichtend. (Archivbild)
von dpa

Schüler sollen nach Auffassung des Deutschen Jugendrotkreuzes (JRK) lernen, wie sie Menschen im Notfall wiederbeleben können. «Wir fordern, dass die Laienausbildung in Wiederbelebung an Schulen flächendeckend eingeführt wird, spätestens ab der siebten Klasse», sagte der Bundesleiter des Jugendrotkreuzes, Marcel Bösel, der Deutschen Presse-Agentur aus Anlass der Gründung des Jugendverbandes vor 100 Jahren.

«Wir sprechen bei der Laienausbildung an Schulen von zwei Stunden im Jahr», sagte der Bundesleiter. «Das reicht, um das Thema zu erläutern, zu zeigen, wie einfach es ist, mit zwei Händen Menschenleben zu retten.»

Die Kultusministerkonferenz habe bereits 2014 empfohlen, das Thema in die Lehrpläne aufzunehmen. «Die flächendeckende Einführung lässt leider weiter auf sich warten.» An viel zu wenigen Schulen werde Erste Hilfe mit dem Schwerpunkt Wiederbelebung gelehrt, sagte Bösel. 

Weshalb steht das Thema noch nicht überall im Stundenplan?

Zuletzt hatte Niedersachsen einen Beschluss gefasst, dass Reanimation in dem Bundesland im Unterricht gelehrt wird. In den meisten Bundesländern ist das nicht Pflicht. Bildung ist in Deutschland Ländersache.

Zu den Gründen, weshalb die Umsetzung stockt, sagte Bösel: «Ich befürchte, ein Stück weit sind es finanzielle Mittel und politischer Wille, an Unterstützung und Notwendigkeit liegt es nicht.» Das Jugendrotkreuz habe sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Kinder und Jugendliche in Erster Hilfe zu schulen. Das ist zum Beispiel in sogenannten Schulsanitätsdiensten möglich.

Weshalb ist Wissen in Erster Hilfe wichtig?

Vor allem bei einem Herzstillstand kommt es auf jede Minute an, nicht immer ist ein Arzt sofort greifbar. «Es können mindestens 10.000 Menschenleben gerettet werden, wenn Ausbildung in Laienreanimation umgesetzt wird», sagte Bösel. «Wir merken es immer wieder, wie unsicher Menschen im Notfall sind. Verletzungen treten überall auf, ob in der Schule, in der Freizeit oder zu Hause.»

Das Jugendrotkreuz als Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes wurde am 27. Mai 1925 gegründet. Es zählt nach eigenen Angaben 160.000 Mitglieder im Alter von 6 bis 27 Jahren. Diese Zahl sei im vergangenen Jahr um 20.000 gestiegen, sagte der Bundesleiter. Allein in den Schulsanitätsdiensten engagierten sich bundesweit etwa 45.000 Jugendliche.

Bösel sprach von einer großen Nachfrage nach einer Mitgliedschaft. Allerdings: «In Zukunft wird das größere Problem sein, dass wir nicht genügend Leitungskräfte haben könnten.» Rollen mit leitender Funktion seien mittlerweile in der Gesellschaft nicht mehr so attraktiv wie sie eigentlich sein müssten.


Bildnachweis: © Bernd Thissen/dpa
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