25. Dezember 2022 / Aus aller Welt

Mehr als 1100 Vorschläge für «Unwort des Jahres»

Die Jury zieht Wörter in Betracht, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, Menschen diskriminieren und solche, die euphemistisch sind, verschleiern oder in die Irre führen.

Das «Unwort des Jahres» wird im Januar in Darmstadt gekürt.
von dpa

Die Krisenthemen der vergangenen Monate dominieren die Suche nach dem «Unwort des Jahres» 2022. Unter den bislang mehr als 1100 eingegangenen Vorschlägen beziehen sich viele Begriffe auf den Ukraine-Krieg oder die Klimakrise, wie Constanze Spieß berichtete, die Sprecherin der Jury der sprachkritischen «Unwort»-Aktion.

Weitere Themenfelder seien die Sozialpolitik, verbunden mit der Debatte um die Energiekrise sowie die Corona-Pandemie. Zu den eingereichten Begriffen gehören «Spezialoperation», «Sondervermögen», «Gratismentalität», «Hygienespaziergang», «Klima-Terroristen» oder «Klima-RAF».

Die Vorschläge spiegelten einerseits die öffentlichen Debatten des Jahres wider, andererseits natürlich die großen Ereignisse, so Sprachwissenschaftlerin Spieß. Anfang des Jahres hätten noch Einsendungen rund um die Pandemie dominiert. Mit dem russischen Angriff gegen die Ukraine im Februar habe das schlagartig abgenommen. Aus diesem Bereich gebe es seither «ganz viele Einsendungen».

Mit der Kür des «Unwortes» soll auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam gemacht und so sensibilisiert werden. Die aus Sprachexperten bestehende Jury rügt Wörter, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Vorschläge müssen eines der Kriterien erfüllen, die Häufigkeit der Nennung spielt keine Rolle.

Interessierte können noch bis zum 31. Dezember ihre Vorschläge per Online-Formular oder E-Mail einreichen. Die Jury will dann am 10. Januar 2023 im hessischen Marburg das «Unwort» verkünden. Im vergangenen Jahr kürten sie «Pushback».


Picture credit: © Stephan Jansen/dpa
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