20. Januar 2024 / Aus aller Welt

Nach dem Hochwasser: Jäger finden zahlreiche verendete Rehe

Die Hochwasser-Lage hat sich entspannt, die Wasserstände gehen zurück. Zum Vorschein kommen nun die Kadaver vieler Rehe und Hasen, die verendet sind. Doch Schuld daran ist nicht allein das Wasser.

Jäger Lothar Häseker zieht ein im Hochwasser verendetes Reh über ein Feld.
von dpa

Während sich die Hochwasserlage in Niedersachsen weiter entspannt, werden die Folgen für die Wildtiere sichtbar. «Wir finden jeden Tag tote Rehe und Hasen», sagt Antje Dahlweg, Leiterin des Hegerings Achim bei Bremen - ein Zusammenschluss von Jägerinnen und Jägern auf lokaler Ebene. Die vielen Kadaver werden unter anderem wegen der Ausbreitungsgefahr von Krankheitserregern beseitigt und nicht der Natur überlassen.

Lothar Häseker, Jäger in Etelsen im Landkreis Verden, fand zuletzt fünf tote Rehe auf einem Acker. «Sie hatten sich auf eine Zufahrtsstraße zurückgezogen, wo sie im Trockenen standen», berichtet er. Etwa solche Wege neben den überschwemmten Wiesen und Feldern seien die wenigen Flächen, auf denen sich die Tiere erholen können.

Dann aber hätten Spaziergänger die fünf Rehe gestört - sie flohen auf den zugefrorenen Acker, brachen durch das dünne Eis und verendeten. Allein in Häsekers und in dem benachbarten Revier seien bereits 22 tote Rehe gefunden worden. Er gehe davon aus, dass die Zahl steigen werde, da viele Gebiete noch nicht abgesucht werden konnten.

Jäger klagt über rücksichtslose Spaziergänger

Das Problem sei letztlich nicht das Hochwasser, sondern das Verhalten der Schaulustigen und Spaziergänger, die sich rücksichtslos gegenüber den Wildtieren verhalten hätten. Er sei darüber sehr wütend, sagt Häseker. Und Hegeleiterin Dahlweg appelliert: In der Nähe von überschwemmten Feldern und Wiesen sollten Hunde an der Leine bleiben. 

«Das Ausmaß des Hochwassers hat uns alle sehr unvorbereitet getroffen», sagt Antje Dahlweg. Straßen und Wege am Rande von Überschwemmungsgebieten seien nicht schnell genug gesperrt worden, um sie als Rückzugsort für Wildtiere zu nutzen. Die Jägerschaft arbeite an einem Konzept, damit die notwendigen Maßnahmen von den zuständigen Institutionen künftig schneller umgesetzt werden könnten. 


Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polarlichter bringen Deutschlands Nachthimmel zum Leuchten
Aus aller Welt

Polarlichter haben am Wochenende für ein buntes Spektakel am Nachthimmel über Deutschland gesorgt. Auslöser dafür war ein extrem starker Sonnensturm.

weiterlesen...
Drei Neueröffnungen in der Innenstadt
Aktuelle Nachrichten

Drei Neueröffnungen in der Innenstadt

weiterlesen...
Lambertusmarkt diesesmal auf dem Johannismarkt
Märkte und Stadtfeste

Lambertusmarkt diesesmal auf dem Johannismarkt

weiterlesen...

Neueste Artikel

Vermisste Zehnjährige: Tatverdächtiger in U-Haft
Aus aller Welt

Im Fall einer über Stunden vermissten Schülerin aus Ostwestfalen haben die Behörden weitere Details zum Tatverdächtigen veröffentlicht. Woher er kommt, ist jetzt klar - was passierte, ist weiter offen.

weiterlesen...
Deutsche bei Einsturz von Ballermann-Lokal getötet
Aus aller Welt

Die beliebte Partymeile wurde binnen Sekunden zum Ort des Horrors: Beim Einsturz eines Restaurants am Ballermann gab es auch zwei Tote aus Deutschland. Gebangt wird um das Leben von fünf Verletzten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Vermisste Zehnjährige: Tatverdächtiger in U-Haft
Aus aller Welt

Im Fall einer über Stunden vermissten Schülerin aus Ostwestfalen haben die Behörden weitere Details zum Tatverdächtigen veröffentlicht. Woher er kommt, ist jetzt klar - was passierte, ist weiter offen.

weiterlesen...
Deutsche bei Einsturz von Ballermann-Lokal getötet
Aus aller Welt

Die beliebte Partymeile wurde binnen Sekunden zum Ort des Horrors: Beim Einsturz eines Restaurants am Ballermann gab es auch zwei Tote aus Deutschland. Gebangt wird um das Leben von fünf Verletzten.

weiterlesen...