20. November 2022 / Aus aller Welt

Nach Güterzugunfall: Gas wird aus Waggons abgepumpt

Bereits am Donnerstagmorgen kam es zu einem Auffahrunfall zweier Güterzüge. Die Aufräumarbeiten mit Spezialgerät haben angefangen.

Zwei Kesselwaggons von einem der verunfallten Güterzüge liegen seitlich auf dem Bahndamm, während Propangas aus den Waggons entweicht (M).
von dpa

Drei Tage nach der Kollision zweier Güterzüge im niedersächsischen Landkreis Gifhorn hat die Feuerwehr am Sonntagmittag mit dem Anpumpen des explosiven Propangases aus den Waggons begonnen. Dazu waren am Samstag Spezialpumpen in Stellung gebracht worden, wie Carsten Schaffhauser, Sprecher der Feuerwehr Meinersen, sagte.

Das Abpumpen des Gases aus den vier umgekippten Kesselwaggons werde Tage beanspruchen.

Weil die Waggons auf der Seite liegen, könne jedoch nur etwa die Hälfte des Inhalts abgesaugt werden. Daher sei zuletzt der Plan gewesen, den restlichen Inhalt kontrolliert abzufackeln. Da dies allerdings sehr lange dauere, werde nun geprüft, ob die halb leeren Waggons nicht doch mithilfe von Hebekissen und Kränen wieder aufgerichtet werden können. Anschließend könnte das restliche Gas abgepumpt werden.

Risiko von Explosionen

Am Samstagabend hatten sich die Arbeiten an der Unfallstelle zunächst verzögert. Beim leckgeschlagenen Waggon habe sich wegen der vorherrschenden Windstille eine Gaswolke gebildet, sagte Schaffhauser. Die Einsatzkräfte seien aus Sicherheitsgründen aus der Gefahrenzone gebracht worden. Explosionsgeschützte Lüfter seien eingesetzt worden, um künstlichen Wind zu erzeugen.

Am frühen Donnerstagmorgen hatte ein Güterzug auf der wichtigen West-Ost-Verbindung in der Höhe von Leiferde an einem Signal gehalten. Ein nachfolgender Güterzug war aus zunächst ungeklärter Ursache aufgefahren. Vier Waggons kippten um, auch die Oberleitung wurde beschädigt. Der auffahrende Zug bestand aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwagen. Der Kohlenwasserstoff ist hochentzündlich - bei der Bergung muss das Risiko von Explosionen beachtet werden. Beide Güterzüge stammten von privaten Unternehmen.

Umleitungen und Zugausfälle

Die Bergung der verunglückten Gas-Güterwaggons und die Reparatur des zerstörten Trassenabschnitts auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin werden noch mehrere Tage dauern. Die Strecke bleibe bis mindestens 27. November gesperrt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag. Eine genaue Prognose sei schwierig. Züge werden weiträumig umgeleitet, Bahnreisende müssen sich weiter auf Ausfälle und Verspätungen einrichten.

«Erst wenn die Unfallstelle geräumt ist, können wir dort mit den Reparaturarbeiten beginnen», sagte ein Bahn-Sprecher. Schon jetzt zeichneten sich erhebliche Schäden etwa an den Oberleitungen und im Gleisbett ab. Für Fahrgäste, die eine geplante Reise verschieben möchten, gilt eine Sonderkulanz: Schon gebuchte Fernverkehrstickets können bis einschließlich 4. Dezember flexibel genutzt, Sitzplatzreservierungen kostenfrei storniert werden.


Picture credit: © Michael Matthey/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Alle Erkelenzer St. Martinszüge 2022
Aktuelle Nachrichten

Eine Übersicht Stand: 27.10.2022

weiterlesen...
Früh hohe Werte: Grippewelle in Deutschland hat begonnen
Aus aller Welt

Vor der Corona-Pandemie begannen Grippewellen meist nach dem Jahreswechsel. Mit Maskentragen etwa kam die Verbreitung von Influenza dann lange zum Erliegen. Das scheint sich wieder zu ändern.

weiterlesen...
Der Sumpf-Haubenpilz ist Pilz des Jahres 2023
Aus aller Welt

Ein kleiner Stiel mit gelben bis orangen Köpfchen, der vor allem in feuchten Gebieten vorzufinden ist: Der Sumpf-Haubenpilz ist neuer Pilz des Jahres. Er hat es hierzulande aber zunehmend schwerer.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Familie mit Messer attackiert - Polizei schießt auf Vater
Aus aller Welt

Ein getrennt von Frau und Kindern lebender Vater dringt mit einem Messer ins Wohnhaus seiner Familie ein und verletzt diese. Die herbeigerufene Polizei schießt den Mann an.

weiterlesen...
Studie zum Omikron-Ursprung: Entwicklung wurde übersehen
Aus aller Welt

Anfang November 2021 wurde in Südafrika erstmals die Corona-Variante B.1.1.529 nachgewiesen. Doch ein Forscher-Team der Charité weist nach: Omikron-Vorläufer gab es in Afrika schon deutlich früher.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Familie mit Messer attackiert - Polizei schießt auf Vater
Aus aller Welt

Ein getrennt von Frau und Kindern lebender Vater dringt mit einem Messer ins Wohnhaus seiner Familie ein und verletzt diese. Die herbeigerufene Polizei schießt den Mann an.

weiterlesen...
Studie zum Omikron-Ursprung: Entwicklung wurde übersehen
Aus aller Welt

Anfang November 2021 wurde in Südafrika erstmals die Corona-Variante B.1.1.529 nachgewiesen. Doch ein Forscher-Team der Charité weist nach: Omikron-Vorläufer gab es in Afrika schon deutlich früher.

weiterlesen...