Zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen an einer Schule in Kanada haben Regierungsvertreter Verbesserungen bei der Gefahren-Meldekette des ChatGPT-Entwicklers OpenAI gefordert. «Eine interne Überprüfung allein reicht nicht aus, wenn die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel steht», erklärte Kanadas Minister für Künstliche Intelligenz (KI), Evan Solomon, nach einem Gespräch mit dem führenden Sicherheitsteam des Plattform-Betreibers. Hintergrund des Treffens von Solomon und weiteren Ministern war die Gewalttat vom 10. Februar im westkanadischen Ort Tumbler Ridge, bei der insgesamt neun Menschen starben. Den Ermittlungen zufolge hatte eine 18-jährige Trans-Frau acht Menschen getötet, sechs davon in einer Schule, bevor sie sich das Leben nahm. Danach wurde bekannt, dass die 18-jährige Schützin Monate vor ihrer Tat den KI-Chatbot zur «Förderung gewalttätiger Aktivitäten» missbraucht haben soll, wie der Sender CBC berichtete. Laut Medienberichten soll sie dem KI-Bot ChatGPT Szenarien beschrieben haben, die Waffengewalt beinhalteten. OpenAI sperrte ihr Konto - eine Meldung an Strafverfolgungsbehörden erfolgte allerdings nicht. «Wir haben deutlich gemacht, dass die Kanadier erwarten, dass glaubwürdige Warnzeichen für schwere Gewalt zeitnah und verantwortungsvoll eskaliert werden», hieß es von Solomon nach dem Gespräch mit den OpenAI-Vertretern. Es sei darüber gesprochen worden, wie ein «unmittelbares und glaubhaftes Risiko» bei der Nutzung der Chat-Plattform identifiziert und überprüft werde. Enttäuschenderweise habe der Plattform-Betreiber zunächst keine nennenswerten neuen Sicherheitsmaßnahmen präsentiert, so Solomon. OpenAI habe aber in Aussicht gestellt, bald konkretere, «auf den kanadischen Kontext zugeschnittene Vorschläge» vorzulegen.Täterin soll Chatbot missbraucht haben
Minister zeigt sich enttäuscht
Bildnachweis: © Frank Rumpenhorst/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Nach Schulmassaker: Minister sieht ChatGPT in der Pflicht
Eine spätere Todesschützin nutzt ChatGPT - nach derzeitiger Kenntnis für die Ausgestaltung ihrer Gewaltfantasien. Kanadas KI-Minister verlangt, dass Warnzeichen schneller den Behörden gemeldet werden.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.
- 22. Juni 2026
Verkehrskontrollen am vergangenen Wochenende
Kreis Heinsberg (ots) - Bei Kontrollen konnten am vergangenen Wochenende folgende Verkeh
Neueste Artikel
- 21. Juli 2026
Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige
Nach langem Ringen beschließt Frankreich ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige. Auch andere EU-Länder denken über ähnliche Schritte nach.
- 21. Juli 2026
Fähre sinkt vor Guyana: 41 Tote und Dutzende Vermisste
Nach dem Unglück kündigt Präsident Ali eine umfassende Untersuchung an. Der Kapitän, der überlebt hat, wurde positiv auf Cannabis getestet.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 21. Juli 2026
Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige
Nach langem Ringen beschließt Frankreich ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige. Auch andere EU-Länder denken über ähnliche Schritte nach.
- 21. Juli 2026
Fähre sinkt vor Guyana: 41 Tote und Dutzende Vermisste
Nach dem Unglück kündigt Präsident Ali eine umfassende Untersuchung an. Der Kapitän, der überlebt hat, wurde positiv auf Cannabis getestet.






















