Waldgeräusche wirken sich positiv auf unser Gemüt aus – vor allem, wenn sie aus heimischen Wäldern stammen. Das hat eine Studie unter der Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (IDIV), des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Universität Leipzig, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Freiburg ergeben, die im «Journal of Environmental Psychology» veröffentlicht wurde. Die in Deutschland lebenden Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer empfanden Naturgeräusche aus heimischen Ländern als beeindruckender und erholsamer als solche aus den Tropen. Außerdem fühlten die Befragten sich insgesamt besser, wenn sich glaubten, viele Tierarten zu hören. An der Untersuchung nahmen 195 Personen teil. Sie bekamen einminütige Tonaufnahmen von Vogelgesängen aus dem Wald zu hören, inklusive Hintergrundgeräusche. Ein Teil der Gruppe hörte sich Aufnahmen aus heimischen Wäldern (Deutschland und Polen) an, ein anderer Teil aus tropischen Wäldern (Panama). Jeder Teilnehmer hörte eine Version mit hoher und eine mit geringer Artenvielfalt. Jede Person hörte sich zwei Tonaufnahmen an und gab davor und danach an, wie sie sich fühlte, wie gestresst sie war und wie gut sie sich konzentrieren konnte. Außerdem schätzten die Teilnehmer, wie viele verschiedene Tiere sie hören konnten, und gaben an, wie angenehm und vertraut ihnen die Geräusche erschienen. «Insgesamt führte das bloße Anhören von einminütigen Waldgeräuschen über Kopfhörer zu größerem Wohlbefinden: Die Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer berichteten von positiveren Emotionen, besserer Konzentration und weniger Stress», heißt es in der Pressmitteilung des IDIV. Die positivsten Ergebnisse erzielten demnach vertraute Geräusche aus heimischen Wäldern. Eine größere Artenvielfalt verbesserte das Wohlbefinden nur bei manchen. Die subjektive Wahrnehmung allerdings machte sehr wohl einen Unterschied: Wenn die Menschen glaubten, viele Arten zu hören, fühlten sie sich insgesamt besser. Bei Geräuschen, die den Angaben nach komplex wirkten, aber nicht eindeutig mit Tieren in Verbindung gebracht wurden, wurden positive Gefühle verringert. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur auf die Artenzahl ankommt», erklärte Aletta Bonn, Mitautorin und Forschungsgruppenleiterin beim UFZ, IDIV und der Universität Jena. «Klänge, die Menschen an vertraute Wälder erinnern, wie zum Beispiel die Vögel in der Nähe ihres Zuhauses, scheinen eine viel stärkere Wirkung zu haben.»Aufnahmen aus Deutschland, Polen und Panama
Weniger Stress und bessere Konzentration
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Naturklänge aus heimischen Wäldern wirken besonders erholsam
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