Tiger-Alarm bei Leipzig: Die Polizei hat in Schkeuditz (Nordsachsen) einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war aus einer privaten Anlage entkommen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein 73 Jahre alter Mann sei dabei schwer verletzt worden. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr, hieß es am Nachmittag. Menschen aus der Umgebung der Tigerhaltung reagiert entsetzt auf den Ausbruch. Gegen 12.50 Uhr sei der Notruf bei der Polizei eingegangen, dass ein Tiger entlaufen sei, berichtete Polizeisprecherin Susanne Lübcke. «Der Tiger hat sein Gehege verlassen. Er konnte dann von Polizeikräften im Bereich einer Gartenanlage angetroffen werden.» Um jede Gefahr für die Öffentlichkeit zu beseitigen, sei der Tiger von Einsatzkräften erschossen worden. Die Polizei war mit zahlreichen, teilweise schwer bewaffneten Kräften vor Ort. Da es sich um einen ausgewachsenen Tiger gehandelt habe, seien auch Langwaffen im Einsatz gewesen, sagte die Sprecherin. Weitere Tiere seien nicht entkommen. Im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig hält eine Tiger-Dompteurin in einem Gewerbegebiet Großkatzen - jetzt sollen dort noch acht Tiger leben. Die Dompteurin reagierte zunächst nicht auf eine dpa-Anfrage. Der Dölziger Ortsvorsteher Thomas Druskat forderte nach dem Vorfall Konsequenzen. «Das Gehege muss weg», zitierte ihn die «Leipziger Volkszeitung». «Man darf gar nicht daran denken, wenn auch noch andere Menschen zu Schaden gekommen wären.» Er forderte, die Tiere in eine andere Haltungsform zu überführen. Bei dem schwer verletzten Mann handelt es sich laut Polizei um eine Art Helfer. Er habe sich berechtigterweise in der Anlage aufgehalten, sagte die Sprecherin. Die Polizei überprüfe jetzt, wie es dazukommen konnte, dass der Tiger ausgebrochen ist. Ob sich daraus auch noch Ermittlungen wegen einer Straftat ergeben, war zunächst offen. Menschen aus der Umgebung der Tigerhaltung reagierten entsetzt auf den Vorfall. Sie finde es furchtbar und besorgniserregend, dass so etwas passieren konnte, sagte Stefanie Kästner. Sie besitzt ein Pferd auf einem Reiterhof gegenüber der Tigerkäfige. Sie kenne natürlich das Sicherheitskonzept nicht. «Aber an sich würde ich als Laie behaupten, dass es nicht der richtige Standort ist, um Tiger zu halten in der Umgebung mit den Menschen vor Ort, den Anwohnern und auch dem Reiterhof.» Ein Mann, der nach eigener Aussagen früher mit der Dompteurin befreundet gewesen ist und sich selbst als «Tigerfan» bezeichnet, sagte, er halte die Unterbringung der Tiere nicht für artgerecht. «Die Tiere sind viel zu eng untergebracht, auf viel zu engem Grund und Boden», sagte er. Er kenne andere Dompteure, die ihre Tiger inzwischen «ausnahmslos» an Zoos oder Freizeitparks abgegeben hätten. Der Ausbruch weckte Erinnerung an einen anderen dramatischen Fall vor zehn Jahren in Leipzig. Im September 2016 brachen im städtischen Zoo zwei Löwen aus ihrem Gehege aus. Sie übersprangen einen Wassergraben, möglicherweise durchschwammen sie ihn auch – das blieb unklar, weil niemand den Ausbruch beobachtete. Ein Tier konnte zurückgedrängt werden, das andere wurde erschossen. Danach wurde der Wassergraben am Löwengehege des Zoos Leipzig deutlich verbreitert.Schwer bewaffnete Polizisten vor Ort
«Das Gehege muss weg»
Anrainer entsetzt über den Ausbruch
2016 gab es einen Löwen-Ausbruch im Leipziger Zoo
Bildnachweis: © Björn Stach/EHL Media/dpa
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Tiger entkommt und wird erschossen - Mann schwer verletzt
Ein Tiger entkommt in der Nähe von Leipzig aus einer privaten Haltung und verletzt einen Mann schwer. Die Polizei greift zum Äußersten, um jede weitere Gefahr zu bannen.
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