16. Dezember 2024 / Aus aller Welt

Schuldsprüche in Prozess um gefälschte Abnehmspritzen

Nach Diät-Mitteln herrscht eine große Nachfrage. Zwei Unternehmer vertrieben mehr als 200 Injektions-Pens an einen Schönheitschirurgen. Statt Markenware lieferten sie gefährliche Nachahmer-Produkte.

In den vorgeblichen Ozempic-Pens war nicht das drin, was draufstand. (Bild: Illustration)
Veröffentlicht am 16. Dezember 2024 um 20:09 Uhr von dpa

Zwei Unternehmer sind in Österreich wegen des Vertriebs von gefälschten Abnehmspritzen verurteilt worden. Sie wurden am Landgericht Steyr wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz und grob fahrlässiger schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Über beide Männer wurden Geldstrafen sowie Bewährungsstrafen von sechs Monaten Haft verhängt. 

Die Staatsanwaltschaft warf den Geschäftsleuten vor, 225 Injektions-Pens zum Stückpreis von 205 Euro an einen Schönheitschirurgen in Salzburg verkauft zu haben. Die Angeklagten im Alter von 57 und 46 Jahren sollen die Medikamente über einen Kontakt in Nordrhein-Westfalen bezogen haben.

Gefälschte Ozempic-Pens

Die Pens waren wie das bekannte Arzneimittel-Produkt Ozempic gestaltet. Doch statt des Originalwirkstoffes Semaglutid enthielten sie Insulin. Drei Patientinnen erlitten deshalb nach Selbst-Injektionen gesundheitliche Probleme.

Ozempic ist nur zur Behandlung von Diabetes zugelassen. Dennoch ist es auch als Diätmittel begehrt. Denn Ozempic enthält den gleichen Wirkstoff wie das ebenfalls von Novo Nordisk produzierte Mittel Wegovy, das zur Behandlung von Adipositas zugelassen ist. Nach Angaben des österreichischen Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) nutzen Kriminelle die hohe Nachfrage nach Ozempic, um mit Fälschungen Geld zu machen. 

Laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil muss der erste Angeklagte eine Strafe von 720 Euro zahlen (180 Tagessätze zu je 4 Euro), der zweite 6.600 Euro (120 Tagessätze zu je 55 Euro). Eines der involvierten Unternehmen wurde zu einer Geldstrafe von 4.250 Euro verurteilt - teils auf Bewährung. Gegen den mutmaßlich beteiligten Arzt hat die Staatsanwaltschaft ein gesondertes Verfahren eingeleitet.


Bildnachweis: © Rolf Vennenbernd/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
«So ein Chaos»: Schwerer Hagel richtet massive Schäden an
Aus aller Welt

Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.

weiterlesen...
Verkehrskontrollen am vergangenen Wochenende
Polizeimeldungen

Kreis Heinsberg (ots) - Bei Kontrollen konnten am vergangenen Wochenende folgende Verkeh

weiterlesen...

Neueste Artikel

Schneider: Werden ernsthafte Konflikte um Wasser haben
Aus aller Welt

Einfach mal die Blumen gießen? In Teilen Europas ist das nicht mehr so einfach. In Deutschland wächst die Debatte über den Umgang mit knappem Wasser.

weiterlesen...
Mann bedroht Jugendamts-Mitarbeiterin und legt Feuer
Aus aller Welt

Drama im Jugendamt: Ein Mann attackiert laut Polizei eine Mitarbeiterin, entfacht ein Feuer in ihrem Büro. Mehrere Menschen kommen ins Krankenhaus. Der Vorwurf gegen den Verdächtigen wiegt schwer.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Schneider: Werden ernsthafte Konflikte um Wasser haben
Aus aller Welt

Einfach mal die Blumen gießen? In Teilen Europas ist das nicht mehr so einfach. In Deutschland wächst die Debatte über den Umgang mit knappem Wasser.

weiterlesen...
Mann bedroht Jugendamts-Mitarbeiterin und legt Feuer
Aus aller Welt

Drama im Jugendamt: Ein Mann attackiert laut Polizei eine Mitarbeiterin, entfacht ein Feuer in ihrem Büro. Mehrere Menschen kommen ins Krankenhaus. Der Vorwurf gegen den Verdächtigen wiegt schwer.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner