Im Prozess um den Vierfachmord von Solingen ist ein brisanter Vermerk aufgetaucht. Demnach hatte die Polizei den mörderischen Brandanschlag einen Monat nach der Tat als politisch rechts motiviert eingestuft, teilten die Nebenklage-Anwälte des Verfahrens mit. Darüber seien sie vom Vorsitzenden Richter informiert worden. Der bislang unbekannte Vermerk sei erst jetzt nachgereicht worden. Die ursprüngliche Ein- und Zuordnung sei im Nachhinein handschriftlich von einem Beamten abgeändert worden und dadurch nicht Bestandteil der Akte geworden. «Für uns ist es ein Skandal, wie dieses Verfahren von den Ermittlungsbehörden bislang geführt wurde und dem Gericht und unseren Mandanten wichtige Informationen und Aktenbestandteile vorenthalten wurden», kritisierten die Anwälte. Wuppertals Polizeipräsident hatte nach der Festnahme des geständigen Angeklagten gesagt, dass es keine Hinweise auf einen rechtsradikalen Hintergrund gibt. Im Laufe des Prozesses waren ein rassistisches Gedicht aus der Garage des Angeklagten, NS-Literatur, ein rassistischer Chat mit seiner Freundin und 166 Dateien mit rechtsextremem Inhalt auf einer Festplatte aufgetaucht. Der mutmaßliche Mörder und Brandstifter hat bereits umfassend gestanden. Bei dem tödlichen Feuer am 25. März 2024 starb in Solingen eine bulgarische Familie im Dachgeschoss - die 28 und 29 Jahre alten Eltern und ihre beiden Töchter im Alter von drei Jahren sowie wenigen Monaten. Als Motiv gab der Angeklagte «Stress mit der Vermieterin» an. Ihm war wegen Mietrückständen gekündigt worden. Der deutsche Angeklagte gestand neben mehreren Brandlegungen auch eine Macheten-Attacke, bei der er einen Bekannten lebensgefährlich verletzte. Der 40-Jährige muss sich in Wuppertal wegen vierfachen Mordes und zahlreichen Mordversuchen vor Gericht verantworten. Ein Psychiater hatte ihn als hochgefährlich eingestuft.Bei dem tödlichen Feuer starben zwei kleine Kinder und die Eltern
Bildnachweis: © Federico Gambarini/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Solingen-Prozess: Brisanter Vermerk aufgetaucht
Im Prozess um den Vierfachmord von Solingen ist ein bislang unbekannter Vermerk aufgetaucht. Die Anwälte der Nebenkläger sprechen von einem Skandal.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.
- 22. Juni 2026
Verkehrskontrollen am vergangenen Wochenende
Kreis Heinsberg (ots) - Bei Kontrollen konnten am vergangenen Wochenende folgende Verkeh
Neueste Artikel
Ein 45-Jähriger soll in Stade sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe erschossen haben, nun wurde er tot in seiner Gefängniszelle gefunden. Die Ermittler suchen weiter nach Antworten.
- 21. Juli 2026
Deutsche Urlauberin stürzt in Südtirol zu Tode
Im Passeiertal macht sich eine Gruppe von Wanderern auf den Weg zu einer Tour. Kurz danach verunglückt eine etwa 60 Jahre alte Frau tödlich. Die anderen werden psychologisch betreut.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Ein 45-Jähriger soll in Stade sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe erschossen haben, nun wurde er tot in seiner Gefängniszelle gefunden. Die Ermittler suchen weiter nach Antworten.
- 21. Juli 2026
Deutsche Urlauberin stürzt in Südtirol zu Tode
Im Passeiertal macht sich eine Gruppe von Wanderern auf den Weg zu einer Tour. Kurz danach verunglückt eine etwa 60 Jahre alte Frau tödlich. Die anderen werden psychologisch betreut.






















