4. April 2025 / Aus aller Welt

UN-Menschenrechtler: 16 Angriffe trotz Waffenruhe in Myanmar

Die Militärjunta hatte eine Waffenruhe verkündet, um Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben zu erleichtern. Doch UN-Beobachter beklagen Behinderungen. Sie berichten auch von Zwangsrekrutierungen.

Nach UN-Angaben behindert die Junta Hilfsmaßnahmen für Erdbebenopfer. (Foto: Archiv)
Veröffentlicht am 4. April 2025 um 13:49 Uhr von dpa

Die Militärführung in Myanmar hat die von ihr ausgerufene Waffenruhe nach UN-Angaben seit der Wochenmitte bereits 16 Mal gebrochen. Insgesamt lägen dem UN-Büro für Menschenrechte glaubwürdige Berichte über 61 Angriffe seit dem verheerenden Erdbeben vor einer Woche vor, sagte James Rodehaver, der das Myanmar-Team des Menschenrechtsbüros leitet.

«Ich fordere, dass alle Militäroperationen beendet werden und dass der Fokus auf die Unterstützung der vom Erdbeben betroffenen Menschen gerichtet wird», sagte Volker Türk, der UN-Hochkommissar für Menschenrechte.

Angriffe durch bewaffnete Paragleiter

Im Erdbebengebiet des Bürgerkriegslandes seien nicht nur Militärflugzeuge, Drohnen und Artillerie zum Einsatz gekommen, sondern auch motorisierte Paragleiter, die mit Bomben oder Munition bewaffnet sind, berichtete Rodehaver aus Bangkok.

Am Mittwoch hatte die Militärjunta eine dreiwöchige Waffenruhe verkündet, um Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten zu erleichtern. Das UN-Menschenrechtsbüro berichtete jedoch, dass die militärischen Machthaber weiterhin keine humanitären Helfer in einige Gebiete ließen.

Lokale Helfer zwangsrekrutiert

In mehreren Gemeinden seien junge Menschen aus der Zivilbevölkerung vom Militär zwangsrekrutiert worden, obwohl sie im Erdbebengebiet für Rettungsmaßnahmen im Einsatz waren, sagte eine UN-Menschenrechtssprecherin in Genf.


Bildnachweis: © Aung Shine Oo/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
«So ein Chaos»: Schwerer Hagel richtet massive Schäden an
Aus aller Welt

Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.

weiterlesen...
Verkehrskontrollen am vergangenen Wochenende
Polizeimeldungen

Kreis Heinsberg (ots) - Bei Kontrollen konnten am vergangenen Wochenende folgende Verkeh

weiterlesen...

Neueste Artikel

Am Wochenende weiter Gewitter möglich
Aus aller Welt

Im Süden kann es der Vorhersage zufolge erneute Unwetter geben. Mit Blitz und Donner muss auch der Norden rechnen, so der Deutsche Wetterdienst.

weiterlesen...
Bahn-Mitarbeiter aus Zug gestürzt - Zustand kritisch
Aus aller Welt

Nach einem Streit bei einer Ticketkontrolle stürzt ein Bahn-Mitarbeiter aus dem fahrenden Zug. Jetzt werden weitere Details bekannt - etwa zur Frage, mit welchem Tempo der Regionalzug unterwegs war.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Am Wochenende weiter Gewitter möglich
Aus aller Welt

Im Süden kann es der Vorhersage zufolge erneute Unwetter geben. Mit Blitz und Donner muss auch der Norden rechnen, so der Deutsche Wetterdienst.

weiterlesen...
Bahn-Mitarbeiter aus Zug gestürzt - Zustand kritisch
Aus aller Welt

Nach einem Streit bei einer Ticketkontrolle stürzt ein Bahn-Mitarbeiter aus dem fahrenden Zug. Jetzt werden weitere Details bekannt - etwa zur Frage, mit welchem Tempo der Regionalzug unterwegs war.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner