6. November 2025 / Aus aller Welt

Fall Fabian – was wir wissen und was nicht

Der achtjährige Fabian aus Güstrow wurde getötet. Nun wurde eine Tatverdächtige in Haft genommen. Fragen bleiben dennoch.

Erneut durchsuchte die Polizei Häuser.
Veröffentlicht am 6. November 2025 um 17:39 Uhr von dpa

Das Schicksal des achtjährigen Fabian aus Güstrow bewegt Menschen in ganz Deutschland. Das Kind wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Nun wurde eine Frau als Tatverdächtige festgenommen. Der Vorwurf lautet Mord. 

Was wir wissen:

  • Zeit: Am Freitag, 10. Oktober, meldet die Mutter Fabian als vermisst. Der Junge war wegen Unwohlseins nicht zur Schule gegangen und allein zu Hause geblieben. Als die Mutter von der Arbeit zurückkam, war er nicht da und tauchte auch zu den sonst üblichen Zeit nicht wieder zu Hause auf. Vier Tage später wird die Leiche des Jungen gefunden.
  • Opfer: Fabian lebt bei der alleinerziehenden Mutter, hat aber auch Kontakt zum Vater, der in einem Dorf südlich von Güstrow wohnt. Anfangs wird vermutet, dass der Junge möglicherweise mit dem Bus zum Vater fahren wollte. Spürhunde hatten laut Polizei am Busbahnhof angeschlagen.
  • Tatablauf: Das Kind wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, teilte die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion des Leichnams mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass Fabian bereits am Tag seines Verschwindens getötet wurde. Ein Sexualdelikt schließen sie aus. Den Angaben zufolge wurde der Leichnam des Kindes angezündet - vermutlich zur Verschleierung der Spurenlage.
  • Ermittlungen: Die Behörden gingen zunächst nicht von einer Straftat aus. Mit öffentlichen Aufrufen und einem Großaufgebot der Polizei wurde nach dem Jungen gesucht. Nachdem Leichenspürhunde an einem Güstrower Seeufer angeschlagen hatten, kamen dort auch Taucher zum Einsatz, fanden aber nichts. Die Leiche des Jungen wurde schließlich nach dem Hinweis einer dort lebenden Frau 15 Kilometer von Güstrow entfernt an einem Tümpel gefunden. Den Fundort der Leiche hatten die Behörden vergleichsweise rasch wieder freigegeben. Erst danach wurde großflächig nach einer möglichen Tatwaffe oder weiteren Spuren gesucht. Auch das Haus des Vaters und ein Gehöft waren von der Polizei durchsucht worden. Am Donnerstag gab es weitere Durchsuchungen in der Region und schließlich eine Festnahme.
  • Tatverdächtige: Knapp vier Wochen nach dem Verschwinden des Jungen wird eine Frau in Untersuchungshaft genommen. Laut Staatsanwaltschaft besteht gegen sie Mordverdacht.
  • Fernsehen: Am Mittwochabend war der Fall Thema in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ungelöst». Nach dem Zeugenaufruf gingen laut Staatsanwaltschaft mehr als 30 Hinweise bei den Ermittlern ein, die nun geprüft würden. 

 Was wir nicht wissen: 

  • Tathergang: Wie Fabian zu Tode kam, teilte die Polizei bislang nicht. Der Tatvorwurf lautet aber Mord.
  • Tatort: Weiterhin nicht bekanntgegeben wurde, wo das Kind ums Leben kam. Als unwahrscheinlich aber gilt, dass der Fundort auch Tatort war.
  • Tatverdächtige: Zur Identität der Frau machen die Behörden keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft verwies zudem auf die Unschuldsvermutung, die bis zu einem Gerichtsurteil gelte. 

Bildnachweis: © Philip Dulian/dpa
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