Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner hält die Gefahr durch Trümmerteile eines zur Erde stürzenden Batteriepakets der Internationalen Raumstation ISS für gering. «Batterien brennen sehr gerne. Ich gehe davon aus, dass das Paket nahezu komplett in der Atmosphäre verglüht», sagte Wörner der dpa. «Vielleicht sieht man das Zerlegen ja als schöne Sternschnuppe.» Selbst, wenn Teilchen durchkämen, sei ein Treffer auf bewohntem Gebiet unwahrscheinlich. «Unter der großen Fläche, die das Paket überfliegt, ist sehr viel Wasser.» Der Fall liege anders als etwa der Absturz des deutschen Röntgensatelliten Rosat 2011, sagte Wörner. «Rosat bestand im Unterschied zu den Batterien auch aus Glas und Keramik, das beides nicht völlig verglüht.» Als damaliger Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) habe er «wirklich geschwitzt», sagte der 69-Jährige. «Zum Glück fielen die Trümmer in den Golf von Bengalen.» Laut DLR-Angaben von Donnerstagvormittag könnte das Objekt Berechnungen zufolge über dem Norden Nordamerikas in die Atmosphäre eintreten. Es trifft Deutschland aller Voraussicht nach nicht. Als Zeitfenster wurde ein 20-Stunden-Korridor rund um den späten Freitagabend deutscher Zeit angegeben. Bei dem Objekt handelt es sich den Angaben zufolge um eine Plattform mit Batteriepaketen, die in etwa so groß wie ein Auto ist und 2,6 Tonnen wiegt. Sie wurde bereits am 21. März 2021 bewusst von der ISS abgetrennt, um Jahre später in die Atmosphäre einzutreten. Für Wörner steht fest: Solche Abstürze sollten Anlass sein, endlich Schritte gegen Gefahren aus dem All zu unternehmen, sagte der frühere Präsident der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa. «Das Batteriepaket ist von der Größe her nichts im Vergleich zu dem, was unkontrolliert im Weltraum herumfliegt. Wir brauchen endlich ein Frühwarnsystem zum Schutz der Erde.»Objekt trifft Deutschland wohl nicht
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Wörner: Trümmerteile dürften nahezu verglühen
Trümmerteile eines ausrangierten Batteriepakets der ISS könnten heute auf die Erde niedergehen. Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner glaubt nicht an einen Treffer auf bewohntem Gebiet.
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