14. September 2024 / Aus aller Welt

WWF: Brände in Brasilien vernichten unberührten Regenwald

Im Amazonasgebiet wurden seit Jahresbeginn fast 88.000 Brände gezählt. Verschärft wird die Lage durch eine extreme Dürre. Naturschützer warnen, dass bald ein Kipppunkt erreicht werden könnte.

Im brasilianischen Amazonasgebiet toben die schwersten Brände seit fast 20 Jahren.
Veröffentlicht am 14. September 2024 um 04:00 Uhr von dpa

Die verheerenden Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet vernichten zunehmend auch unberührten Regenwald. 53 Prozent der im August in der Region registrierten Brände konzentrierten sich in sogenanntem Primärwald, teilte die Umweltschutzorganisation WWF anlässlich des Tags des Tropenwaldes am Samstag mit. Nur 13 Prozent der Brände traten in kürzlich abgeholzten Gebieten auf. «Es wird gezielt bisher unberührter Regenwald in Brand gesetzt», sagte der Lateinamerikaexperte des WWF, Roberto Maldonado. «Die Brände werden genutzt, um illegal Land zu erschließen. Das ist ein Milliarden-Geschäft.»

Derzeit toben im brasilianischen Amazonasgebiet die schwersten Brände seit knapp 20 Jahren. Seit Jahresbeginn wurden in der Region fast 88.000 Feuer registriert, wie aus Daten des für die Satellitenüberwachung zuständigen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) hervorgeht. Das war der höchste Wert für den Zeitraum bis Mitte September seit 2005. Verschärft wird die Lage in diesem Jahr durch eine schwere Dürre.

Nach Angaben des WWF wurden rund 20 Prozent des ursprünglichen Regenwaldes bereits zerstört. Wissenschaftler rechnen demnach damit, dass bei einer zerstörten Fläche von 25 Prozent vernichteten Waldes ein Kipppunkt in der Region erreicht wird. Dann könne es zu starken und teils unaufhaltsamen und unumkehrbaren Veränderungen im Ökosystem kommen. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Klimagases CO2 bindet, hat er auch für das Weltklima große Bedeutung.

 


Bildnachweis: © Andre Penner/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Aus aller Welt

Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.

weiterlesen...
«So ein Chaos»: Schwerer Hagel richtet massive Schäden an
Aus aller Welt

Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.

weiterlesen...
Verkehrskontrollen am vergangenen Wochenende
Polizeimeldungen

Kreis Heinsberg (ots) - Bei Kontrollen konnten am vergangenen Wochenende folgende Verkeh

weiterlesen...

Neueste Artikel

Verdächtiger von Stade ist tot - Ermittlungen gehen weiter
Aus aller Welt

Ein 45-Jähriger soll in Stade sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe erschossen haben, nun wurde er tot in seiner Gefängniszelle gefunden. Die Ermittler suchen weiter nach Antworten.

weiterlesen...
Deutsche Urlauberin stürzt in Südtirol zu Tode
Aus aller Welt

Im Passeiertal macht sich eine Gruppe von Wanderern auf den Weg zu einer Tour. Kurz danach verunglückt eine etwa 60 Jahre alte Frau tödlich. Die anderen werden psychologisch betreut.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Verdächtiger von Stade ist tot - Ermittlungen gehen weiter
Aus aller Welt

Ein 45-Jähriger soll in Stade sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe erschossen haben, nun wurde er tot in seiner Gefängniszelle gefunden. Die Ermittler suchen weiter nach Antworten.

weiterlesen...
Deutsche Urlauberin stürzt in Südtirol zu Tode
Aus aller Welt

Im Passeiertal macht sich eine Gruppe von Wanderern auf den Weg zu einer Tour. Kurz danach verunglückt eine etwa 60 Jahre alte Frau tödlich. Die anderen werden psychologisch betreut.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner