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Interview mit Bestatter Markus Forg

Bestattungen, Forg

Bestatter Markus Forg vom gleichnamigen Bestattungsinstitut spricht im Interview über die sich wandelnde Bestattungskultur, die vielfältigen Formen einer Beisetzung und die Möglichkeit der Absicherung über einen Bestattungsvorsorge- und Treuhandvertrag.

Dein Erkelenz: Markus, man hört immer, dass die Bestattungskultur in einem ständigen Wandel ist. Wie nimmst Du diese Veränderungen wahr, sofern es sie überhaupt gibt?

Markus Forg: Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Deutschen Bestatter wurden im Jahr 2017 bereits 64 Prozent der rund 930.000 Gestorbenen in Deutschland verbrannt. 2010 lag der Anteil noch bei etwa 50 Prozent. Das Verhältnis von Erd- zu Feuerbestattungen hat sich also in den vergangenen Jahren einmal gedreht. Das spüren wir auch im Kreis Heinsberg. Zwar führen wir hier noch überdurchschnittlich viele traditionelle Erdbestattungen durch, aber der Wunsch geht immer mehr dahin, dass Verstorbene verbrannt werden.

Dein Erkelenz: Was sind denn die Vorteile einer Feuerbestattung?

Markus Forg: Zum einen ist eine Feuerbestattung in der Regel günstiger als die klassische Erdbestattung im Wahlgrab. Zum anderen, und das ist das Entscheidende, sind die Auswahlmöglichkeiten bei der Feuerbestattung höher. Neben den Angeboten des Friedhofs wie Reihengrab, Urnenfeld und Urnenstele existieren auch Grabeskirchen und Friedwälder sowie weitere alternative Formen, etwa die Seebestattung, die Pressung zum Diamanten oder sogar die Weltallbestattung.

Dein Erkelenz: Das heißt, dass die Feuerbestattung mittlerweile die gleiche Akzeptanz hat wie die Erdbestattung?

Markus Forg: Ja, absolut. Die Menschen orientieren sich nicht mehr so stark an Traditionen, sondern wollen eine würdevolle Beisetzung mit den Anforderungen des Alltags übereinbringen, vor allem hinsichtlich der Grabpflege. Daher rückt die Feuerbestattung immer mehr in den Fokus, da sich aus den verschiedenen Formen der Beisetzung individuell diejenige auswählen lässt, die am ehesten den persönlichen Wünschen und praktischen Vorstellungen entspricht.

Dein Erkelenz: Und diese vielfältigen Bestattungsformen bietest Du in Deinem Bestattungsinstitut auch alle an?

Markus Forg: Selbstverständlich führen wir sämtliche in Deutschland zugelassene Bestattungsarten von Erkelenz aus durch, organisieren die Überführung des Verstorbenen von jedem Ort in Deutschland, Europa oder Übersee und haben dazu Kontakte zu vertrauenswürdigen Partnern im In- und Ausland. Daher übernehmen wir die gesamte Abwicklung auch bei speziellen Wünschen zur Bestattung als vertrauensvoller Partner der Angehörigen.

Dein Erkelenz: Ein Trauerfall ist in der Regel nicht planbar. Was rätst Du Menschen, die sich eine alternative Bestattungsart wünschen, zur Vorbereitung?

Markus Forg: Das ist ganz einfach, denn dafür gibt es die Möglichkeit des Bestattungsvorsorgevertrags. Der Bestattungsvorsorgevertrag ist bindend: Der Bestatter hat also die Pflicht im Rahmen der Totenfürsorge, den Willen des Verstorbenen umzusetzen. Ein Mensch legt also die Art und Weise seiner Bestattung vorab fest und verschafft so für die Angehörigen Ruhe und Gelassenheit. Sie müssen sich nicht mehr darum in Zeiten arger Trauer kümmern.

Dein Erkelenz: Was meinst Du mit finanzieller Absicherung?

Markus Forg: Bei Abschluss eines Bestattungsvorsorgevertrages können die Bestattungskosten im Vorfeld bei der Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand mündelsicher und treuhänderisch eingezahlt werden. Diese Summe steht dann im Trauerfall zur Verfügung, um die Bestattung damit nach den Richtlinien des Vorsorgevertrages zu bezahlen. Der Vorteil: Dieses Geld ist vor dem Zugriff des Kreissozialamtes geschützt, auch wenn sich der Verstorbene im Pflegeheim befindet. Über die Grundsicherung von 5.000 Euro hinaus können über die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand bis zu 5.500 Euro plus die ortsüblichen Friedhofsgebühren zweckgebunden angelegt werden. Damit lässt sich auch eine überdurchschnittliche teure Bestattung gestalten.

Dein Erkelenz: Wie funktioniert die Beratung?

Markus Forg: Auch das ist einfach. Die Menschen suchen sich einen Bestatter ihres Vertrauens – beispielsweise uns – und führen ein Vorsorgegespräch. Wir legen dann gemeinsam die Rahmenbedingungen fest und setzen den Bestattungsvorsorge- und Treuhandvertrag auf. Daher ist es wichtig, dass sich die Menschen an einen Bestatter wenden, dem sie vertrauen, der aber zugleich auch fachlich in der Lage ist, die Verträge sicher und professionell zu gestalten. Das ist entscheidend.

Dein Erkelenz: Vielen Dank für das informative Gespräch!

https://www.dein-erkelenz.de/dienstleistungen-handwerk/bestattungen-markus-forg-erkelenz

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