13. März 2024 / Aus aller Welt

Getötete Katze namens Eros bewegt das Netz

Ein Mann tritt auf eine Katze ein und töte sie schließlich. Kameras halten das Geschehen fest. Online löst das Verhalten Empörung aus.

In Istanbul leben viele Straßenkatzen.
von dpa

Die türkische Metropole Istanbul ist bekannt für ihre zahlreichen Straßenkatzen. Die Tötung einer von ihnen hat nun über die Grenzen der Stadt bei Tierliebhabern für Empörung gesorgt. Ein Gericht verurteilte den Täter zu zweieinhalb Jahren Haft wegen der «absichtlichen Tötung eines Tiers», wie die Nachrichtenagentur DHA berichtete. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Strafe sei die höchste jemals nach Tierschutzgesetz verhängte Strafe, schrieb Justizminister Yilmaz Tunc auf der Plattform X - vormals Twitter.

«Gerechtigkeit für Eros»

Die Tat war von Überwachungskameras festgehalten worden und hatte für einen landesweiten Aufschrei gesorgt. Darauf sieht man, wie der nun Verurteilte in einem Aufzug auf eine Katze eintritt und sie schließlich tötet. Der Mann sagte laut DHA, er habe psychologische und familiäre Probleme gehabt und die Fassung verloren, als er im Aufzug auf die Katze stieß.

Videos in den sozialen Medien zeigte zahlreiche Prozessbeobachter, die den Täter im Gerichtsgebäude in Sprechchören als Mörder bezeichneten. Auf der Plattform X - vormals Twitter - trendete der Hashtag «Gerechtigkeit für Eros». Eros ist der Name der getöteten Katze. Zahlreiche Social-Media-Nutzer sprachen Drohungen gegen den Täter aus. Er könne nicht mehr vor die Tür gehen, sagte der Angeklagte laut DHA vor Gericht.

Der Täter war bereits zuvor zu einer Strafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Das Gericht hatte die Strafe kurz darauf wegen guter Führung auf drei Monate verkürzt. Gegen die Entscheidung wurde Berufung eingelegt. Auch gegen das Urteil jetzt kann noch Berufung eingelegt werden.

Immer wieder sorgt Gewalt an Tieren in der Türkei für Schlagzeilen. Tierschützer bemängeln zu lasche Strafen sowie die fehlende Durchsetzung bestehender Gesetze gegen Gewalt an Tieren.


Bildnachweis: © Emrah Gurel/AP/dpa
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