22. November 2022 / Aus aller Welt

Inder ließ Kühe auf Straße - muss ins Gefängnis

Wohin mit den Kühen, wenn sie keine Milch mehr geben und keine Grasflächen zur Verfügung stehen? In Indien gelten die Rinder als heilig. Aber in den Straßen der Metropolen sollen sie nicht herumlaufen.

Kühe stehen auf einer Hauptstraße in einem Außenbezirk der indischen Haupstadt Neu Delhi.
von dpa

Ein Gericht in Indien hat einen Mann zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er seine Kühe auf Straßen frei herumlaufen ließ. Er habe damit das Leben anderer Menschen in Gefahr gebracht, argumentierten die Richter im Bundesstaat Gujarat laut «Times of India» am Dienstag. Zudem gebe es generell einen Trend, wonach mehr Rinder auf den Straßen seien, hieß es laut Zeitung vom Gericht. Mit dem Urteil wolle man ein Exempel statuieren.

Auf Straßen in Indien - auch in Megametropolen wie Neu Delhi - gibt es in der Tat viele herumspatzierende Rinder, die teils Verkehrsunfälle auslösen. Teils sind es Kühe, die Bauern frei in urbanen Gegenden herumlaufen lassen, weil sie keine Grasflächen für sie haben. Teils sind es Tiere, die Bauern nicht mehr wollen.

Denn in dem mehrheitlich hinduistischen Land gibt es ein Grundsatzproblem: Die Menschen wollen zwar Milch, Butter oder Joghurt - aber aus religiösen Gründen wollen viele die Kühe nicht töten, in etlichen Bundesstaaten wie auch in Gujarat ist das Kühetöten illegal. Kühe sind für die hinduistische Mehrheitsbevölkerung Indiens heilig. Auch wegen dieses Konflikts zwischen Emotionen und Rentabilität setzen Bauern männliche und ältere weibliche Tiere oft aus. Teils finden die Kühe eine Bleibe in spendenbasierten Kuhauffangstationen.


Picture credit: © epa/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Früh hohe Werte: Grippewelle in Deutschland hat begonnen
Aus aller Welt

Vor der Corona-Pandemie begannen Grippewellen meist nach dem Jahreswechsel. Mit Maskentragen etwa kam die Verbreitung von Influenza dann lange zum Erliegen. Das scheint sich wieder zu ändern.

weiterlesen...
Schnell, hell, selten: Leoniden-Sternschnuppen am Himmel
Aus aller Welt

Das diesjährige Maximum der Leoniden steht an. Die Sternschnuppen sind ein beliebtes Himmelsspektakel - wer sie sehen will, kann versuchen, sich exakt zu positionieren.

weiterlesen...
Corona-Fälle in China: Höchster Stand seit halbem Jahr
Aus aller Welt

Peking verfolgt weiter eine strenge Null-Covid-Strategie, die Zahl der Corona-Neufinktionen steigt dennoch deutlich an. Auch in Deutschland werden wieder mehr Fälle registriert.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Eindringliche Appelle beim Weltnaturgipfel in Kanada
Aus aller Welt

30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Das Ziel ist ambitioniert - UN-Chef Guterres warnt, die Menschheit werde zur «Massenvernichtungswaffe».

weiterlesen...
Bisher unbekannte Haiart vor Australien entdeckt
Aus aller Welt

So einen Hornhai haben die Forscher noch nicht gesehen: Für gewöhnlich hält sich die Art in flachen Gewässern auf. Doch dieses unbekannte gestreifte Exemplar lebt in den Tiefen des Ozeans.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Eindringliche Appelle beim Weltnaturgipfel in Kanada
Aus aller Welt

30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Das Ziel ist ambitioniert - UN-Chef Guterres warnt, die Menschheit werde zur «Massenvernichtungswaffe».

weiterlesen...
Bisher unbekannte Haiart vor Australien entdeckt
Aus aller Welt

So einen Hornhai haben die Forscher noch nicht gesehen: Für gewöhnlich hält sich die Art in flachen Gewässern auf. Doch dieses unbekannte gestreifte Exemplar lebt in den Tiefen des Ozeans.

weiterlesen...