Die Vorsitzende des Frauenflügels der tansanischen Regierungspartei, Mary Chatanda, hat die Kastration homosexueller Menschen gefordert. Während Feierlichkeiten zum zweijährigen Regierungsjubiläum von Tansanias Präsidentin Samia Suluhu Hassan sagte die Politikerin: «Wir fordern die Regierung auf, Straftaten im Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichen Aktivitäten hart zu bestrafen. Diese Menschen sollten kastriert werden, wenn sie für schuldig befunden werden.» Chatanda gilt als konservative Hardlinerin. Sie ist allerdings nicht die einzige Politikerin in der Regierungspartei Chama Cha Mapinduzi, die mit homophoben Aussagen auffällt - so zum Beispiel auch der ehemalige Präsident John Magufuli. Vor fünf Jahren sorgte ein Aufruf eines Regionalbeamten in Daressalam weltweit für Aussehen, nachdem dieser eine Taskforce eingerichtet hatte, um angeblich schwule Männer testen lassen zu wollen. Präsidentin Hassan kommentierte die Aussagen Chatandas zunächst nicht. Homosexuelle Handlungen sind in dem ostafrikanischen Land verboten. Verurteilte müssen mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Auch in anderen Ländern der Region verschärfte sich das Klima für Schwule und Lesben. Das ugandische Parlament diskutiert zurzeit über die Wiedereinführung eines Anti-Schwulengesetzes. Kenias Präsident William Ruto kritisierte Anfang März eine Entscheidung des obersten kenianischen Gerichts, das die Rechte von LGBTQ-Gruppen gestärkt hatte. Homosexualität habe keinen Platz in Kenia, so der Präsident. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und queere Menschen. Laut Human Rights Watch hatte sich die Situation der LGBTQ-Community in Tansania unter Hassans Vorgänger John Magufuli massiv verschlechtert.Situation in anderen Ländern
Bildnachweis: © Hannah Mckay/PA Wire/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Tansania: Politikerinnen fordern Kastration Homosexueller
Homosexuelle Handlungen sind in Tansania verboten und können zu längeren Haftstrafen führen. In der aktuellen Regierungspartei werden Rufe nach noch drastischeren Strafen laut.
Meistgelesene Artikel
- 14. Juli 2026
Wasser knapp: Münchner dürfen nicht mehr Rasen sprengen
Ein trockenes Frühjahr und heiße Sommerwochen: Die Wasserversorgung in München kommt an ihre Grenzen. Wie die Stadt gegensteuert, und was das für Verbraucher bedeutet.
Zerbeulte Autos, kaputte Dächer: Im Norden Deutschlands hat schwerer Hagel große Zerstörungen angerichtet. Sogar Radlader mussten zum Räumen anrücken.
- 26. Juni 2026
Hitze und Fußball führen zu Stromausfall in Rüsselsheim
Fernseher laufen wegen der WM-Übertragung, Ventilatoren und Klimaanlagen wegen der Hitze. In Rüsselsheim ging deswegen bei vielen Menschen das Licht aus.
Neueste Artikel
- 22. Juli 2026
Fall in Stade: Auflagen für Verdächtigen endeten vor Tod
Ein Mann soll sechs Menschen erschossen haben, dann stirbt er selbst im Gefängnis. Wie konnte das passieren? Erste Erkenntnisse zu einer fatalen Entscheidung im Gefängnis.
- 22. Juli 2026
Ungewöhnliches System dreier Himmelskörper entdeckt
Die Abgrenzung zwischen Stern, Planet und Mond wird bei einem neu entdeckten System schwierig. Brauchen Astronomen eine neue Kategorie für Himmelskörper?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 22. Juli 2026
Fall in Stade: Auflagen für Verdächtigen endeten vor Tod
Ein Mann soll sechs Menschen erschossen haben, dann stirbt er selbst im Gefängnis. Wie konnte das passieren? Erste Erkenntnisse zu einer fatalen Entscheidung im Gefängnis.
- 22. Juli 2026
Ungewöhnliches System dreier Himmelskörper entdeckt
Die Abgrenzung zwischen Stern, Planet und Mond wird bei einem neu entdeckten System schwierig. Brauchen Astronomen eine neue Kategorie für Himmelskörper?






















