2. Juli 2021 / Aktuelle Nachrichten

Breites Netzwerk für Flüchtlingsarbeit

Hauptamtliche und ehrenamtliche Menschen betreuen Flüchtlinge in Erkelenz

von TP

Quelle: Stadt Erkelenz, Bildmotiv:  Präsenztreffen "Arbeitskreis Flüchtlinge" in der Stadthalle
Foto: Stadt Erkelenz (Isabell Wyes)

Seit Corona liest man kaum noch von Geflüchteten, aber es gibt sie natürlich auch weiterhin. In Erkelenz werden sie von einem gut funktionierenden Netzwerk aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Menschen betreut, die sich regelmäßig etwa alle sechs Wochen treffen. Das war eine Zeitlang nur digital möglich, ein echtes Wiedersehen zum Austausch hat nun in der Stadthalle stattgefunden.
 
Über 40 Menschen nahmen am seit langem ersten Arbeitskreis Flüchtlinge teil, darunter Vertreter und Vertreterinnen des Jobcenters, der Schulen, der Diakonie, des Kinderschutzbundes und zahlreiche Ehrenamtler*innen. „Ihre Arbeit wird geschätzt und weiterhin gebraucht“, begrüßte Erster Beigeordneter Dr. Hans-Heiner Gotzen die Anwesenden und bedankte sich bei ihnen. Gemeinsam mit den Geflüchteten Formulare ausfüllen, Arztbesuche begleiten und auch Jobs vermitteln sind nur einige der Aufgaben, um die sich die Menschen des Arbeitskreises kümmern.
 
Zu Gast war auch das Flüchtlingsnetzwerk Wassenberg, das sich ein Bild davon verschaffen wollte, warum die Flüchtlingsarbeit in Erkelenz so gut funktioniert, und auch eine Kooperation anstrebt. Ebenso waren Arbeitgeber vertreten, die unter den Zugewanderten eine Chance sehen, dem Fachkräftemangel zu begegnen.
 
Flüchtlingsarbeit läuft gut
Aktuell leben 229 Menschen in den Übergangsheimen und städtisch angemieteten Wohnungen – 40 davon sind bislang in diesem Jahr neu nach Erkelenz gekommen. Da gibt es für alle Beteiligten nach wie vor viel zu tun und Corona macht es nicht einfach. Masken verteilen, Impfungen organisieren und trotz Abstands- und Kontaktregeln für die Menschen da sein. Rund 60 Prozent der in Erkelenz lebenden Zuwanderer sind bereits geimpft. Auch allen Ehrenamtlichen und anderen Menschen, die regelmäßig in den Unterkünften unterwegs sind, wurde ein Impfangebot gemacht.
 
„In Erkelenz läuft die Flüchtlingsarbeit wirklich gut. Dabei ist der regelmäßige Austausch sehr hilfreich, denn wenn man sich kennt und auch trifft, wird die Arbeit transparent und die Kommunikation miteinander einfacher. Im Arbeitskreis treffen viele Blickwinkel aufeinander, das zeigt die zahlreichen Aspekte unserer Arbeit und hilft auch dabei den Überblick zu behalten“, freut sich Samira Meurer, Integrationskoordinatorin und Leiterin des Arbeitskreises. „Unerfreulich ist, dass es in Kückhoven kürzlich zu einem Angriff auf drei Geflüchtete kam. Die Polizei ermittelt hier noch“, greift Dr. Gotzen auch die vereinzelten negativen Vorfälle auf. Auch über so etwas wird sich beim Arbeitskreis ausgetauscht.
 

Wohnraum für Geflüchtete
Da andere Unterkünfte in absehbarer Zeit aus unterschiedlichen Gründen wegfallen, wurde bereits der Baubeschluss für die Erweiterung der Anlage in Neuhaus gefasst. Der aktuell herrschende Baustoffmangel macht allerdings die Ausschreibung schwierig. Dennoch ist geplant, die Arbeiten bis Ende 2022 abzuschließen und damit in Neuhaus mehr Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen hier Spielgeräte aufgestellt werden, denn in Erkelenz leben viele geflüchtete Familien und auch Mütter allein mit ihren Kindern.
 
In der Vergangenheit konnten bereits 130 Flüchtlingsfamilien in privaten Wohnraum vermittelt werden. „Das ist zwar nicht schlecht, aber wir würden gerne noch weiter entzerren, auch mit Blick auf die Corona-Situation“, erklärt Friedel Dreßen, stellvertretender Leiter des Amtes für Kinder, Jugend, Familie und Soziales und Migrationsbeauftragter. Deshalb sucht die Stadt Erkelenz weiterhin nach Wohnungseigentümer*innen, die auch an Flüchtlingsfamilien vermieten.

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