22. April 2021 / Allgemeines

Ordensschwestern im Erkelenzer Land

Eine Spurensuche!

von TP

Quelle: Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V.

Bis ins 20. Jahrhundert waren im Erkelenzer Land noch einzelne Schwesterngemeinschaften vertreten. Nachwuchsmangel führte in allen Fällen zur Aufgabe der Dependancen. Heute sind die Schwestern und ihr segensreiches Wirken in Vergessenheit geraten.
Aus diesem Grund begibt sich der Heimatverein der Erkelenzer Lande auf  Spurensuche und präsentiert die Arbeitsergebnisse im Virtuellen Museum.
Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Rita Hündgen hat recherchiert und interessante Ergebnisse zusammengetragen. Dazu Rita Hündgen: „Nach Abzug der Franzosen gründeten sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche neue Klöster. Die Initiative zur Niederlassung dieser neuen Gründungen im preußischen Rheinland ging vor allem von der katholischen Bevölkerung aus. Durch Stiftungen und Schenkungen schufen sie hierfür die wirtschaftliche Grundlage.“
Das Ordensleben selbst bekam im späten 19. Jahrhundert einen Vorbildcharakter und erlebte einen immensen Aufschwung. Vor allem viele junge Mädchen fühlten sich zum klösterlichen Leben berufen. Verschiedene Ordenshäuser entsandten auf private oder kirchliche Initiative hin kleinere Gemeinschaften in die Städte und Dörfer, auch ins Erkelenzer Land.
Diese Ordensschwestern prägten hier das Leben. So gab es Gründungen in Erkelenz, Golkrath, Holzweiler, Kückhoven, Lövenich, Borschemich und Immerath. Die Schwestern halfen u.a. in der Krankenpflege, in der Seniorenbetreuung und in der Kindererziehung und Schulbildung. Mit diesen unterschiedlichen karitativen Aufgaben betraut, genossen sie hohes Ansehen.
In Erkelenz waren es gleich drei Orden, die ihre Schwestern entsandten, nämlich die Schwestern vom Armen Kinde Jesus, die sich vor allem der schulischen Bildung der Mädchen widmeten, die Armen Dienstmägde Jesu Christi aus Dernbach und die Cellitinnen aus Köln, die als Krankenpflegerinnen und in der Kindererziehung arbeiteten.
Nach Golkrath wurden die Dominikanerinnen aus Ilanz (Graubünden/Schweiz) entsandt und blieben bis zum Jahr 2006. Sie wurden mit allen anfallenden karitativen Aufgaben betraut.
Die Franziskanerinnen zu Olpe übernahmen 1889 bereits das Kloster zu Holzweiler zur Krankenversorgung, Altenpflege und Erziehung der Kleinkinder und jungen Mädchen.
Wiederum der Dernbacher Orden wirkte in Kückhoven sehr segensreich bis 1982.
In Lövenich waren es zwei Orden, nämlich die Dernbacher, auch Schulschwestern genannt, und die Cellitinnen aus Köln, die das St. Josefs-Krankenhaus leiteten, dem ein Waisenhaus angeschlossen war. Sie übernahmen auch im Kindergarten Pflichten.
In Borschemich pachteten die Cellitinnen aus Düren das sogenannte Josefs Kloster. Es entstanden ein Kinderheim für elternlose Kinder, ein Kindergarten und eine ambulante Krankenpflegestation.
Im Klösterchen in Immerath widmeten sich die Dernbacher Schwestern der Krankenpflege, leiteten aber darüber hinaus eine Näh-, Haushaltungs- und Handarbeitsschule und einen Kindergarten. Die Töchter vom Heiligen Kreuz wirkten bis 2001 im Haus Nazareth in Immerath mit seiner wechselvollen Geschichte.
Im Virtuellen Museum -www.virtuelles-museum.com – können Sie Einzelheiten nachlesen.

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